Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ 04/2021

Liebe Mitglieder und Freunde des VfU,

anbei finden Sie den VfU Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ für den Monat April 2021.

Er bietet Ihnen Hinweise auf aktuelle Aktivitäten und Initiativen, neue Publikationen sowie interessante Veranstaltungen im Kontext von Sustainable Finance – aus

  • der VfU Geschäftsstelle,
  • den VfU Mitgliedsunternehmen,
  • dem VfU Netzwerk und/oder
  • dem weiteren Umfeld (Politik, Aufsicht, Wissenschaft, Zivil-Gesellschaft etc.).

Wenn Sie zukünftig über unseren Newsletter entsprechende Hinweise zu den o.g. Themen mit der Community teilen wollen, senden Sie uns diese gerne zu, an: info@vfu.de.

Frühere Ausgaben unseres Newsletters finden Sie im Newsletter-Archiv.

Beste Grüße und bleiben Sie gesund,
Ihr VfU Team – Martin Hillenbrand, Henrik Ohlsen und Sven Remer

🚀 Aktivitäten & Initiativen

 

Aus der VfU-Geschäftsstelle

  • Neue VfU Mitglieder: Pax-Bank und Sparkasse Rhein Neckar Nord
    Wir freuen uns, zwei neue Mitglieder in der VfU Community begrüßen zu dürfen: die Pax-Bank, eine genossenschaftliche Universalbank mit christlichem Wertefundament, und, als erste Sparkasse im VfU, die Sparkasse Rhein Neckar Nord.

    Aus dem Netzwerk

    • PCAF (März 2021): Bericht „PCAF and the EU Taxonomy Regulation: Complementary approaches to understanding portfolio climate impact
      In diesem jüngst veröffentlichten Bericht erläutert PCAF, die Partnership for Carbon Accounting Financials, für die der VfU die Anwendergruppe im deutsch-sprachigen Raum organisiert, die Vorteile der parallelen Verwendung des PCAF-Standards und der EU Taxonomie Regulierung. In Kombination bieten der PCAF-Standard und die EU Taxonomie-Verordnung Finanzinstituten eine ganzheitliche Sicht auf die Klimaauswirkungen ihres Portfolios und ermöglichen es ihnen, strategische Maßnahmen zu ergreifen, um das Pariser Abkommen zu erfüllen.
    • PCAF (April 2021): Nachricht „GRESB, CRREM and PCAF Join Forces
      PCAF, CRREM (Carbon Risk Real Estate Monitor) und GRESB (der globale ESG Benchmark für Real Assets) werden in 2021 ihre Aktivitäten weiter harmonisieren und zusätzliche Leitlinien für den von PCAF im November 2020 veröffentlichten „Global GHG Accounting and Reporting Standard for the Financial Industry“ entwickeln. Damit wollen die drei Partner Finanzinstitute darin unterstützen, zukunftsweisende Ziele in Bezug auf ihre finanzierten Emissionen zu formulieren und umzusetzen. Darüber hinaus werden sie einen Leitfaden erarbeiten, der sich auf die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse des Immobiliensektors konzentriert. Er soll Investoren und Banken dabei helfen, ihre finanzierten Emissionen aus Immobilien zu messen und darüber zu berichten.

      🗞️ Offene Konsultationen

      📅 VERANSTALTUNGEN

       

      VfU Veranstaltungen

      Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):

      Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Veranstaltungen finden Sie unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

      Veranstaltungen Dritter

      Aktuelle Informationen zu kommenden Veranstaltungen Dritter finden Sie auch unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

      📚 VERÖFFENTLICHUNGEN

      Jüngst erschienen sind folgende relevante Veröffentlichungen, von denen Sie die meisten  – nach Registrierung/Login –  auch in der VfU Mediathek finden, bewerten, kommentieren und teilen können:

       

      Biodiversität

      • CISL (März 2021): Handbuch „Nature-related Financial Risks – Key concepts and a framework for identification
        Das jüngst erschienene Handbuch des Cambridge University Institute for Sustainability Leadership (CISL) bietet ein Rahmenwerk für die Identifizierung von naturbedingten Finanzrisiken. Aufbauend auf dem Dasgupta-Review zur Ökonomie der Biodiversität hilft es Finanzinstituten, naturbezogene Faktoren in Finanzmodelle, Risikorahmen und Portfoliostrategien einzubinden. Das Handbuch wurde gemeinsam von Banken, Vermögensverwaltern, dem Centre for Sustainable Finance der CISL und Wissenschaftlern des Naturschutz-Clusters der Universität Cambridge erstellt. Im Laufe des Jahres 2021 wird diese Gruppe das Rahmenwerk nutzen, um spezifische naturbezogene Finanzrisiken zu identifizieren und zu bewerten.
      • NGFS und INSPIRE (April 2021): Neues Forschungsprojekt ‘Biodiversity and Financial Stability
        NGFS (Network for Greening the Financial System) und INSPIRE (International Network for Sustainable Financial Policy Insights, Research, and Exchange) gaben jüngst die Gründung einer gemeinsamen Studiengruppe zum Thema „Biodiversität und Finanzstabilität“ bekannt.
        Nachdem mittlerweile eine wachsende Zahl von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden die Notwendigkeit erkannt hat, die Auswirkungen der Finanzwirtschaft auf die Bereitstellung wichtiger Ökosystemleistungen sowie die Folgen des Biodiversitätsverlustes für die Finanzstabilität zu verstehen, plant die Gruppe ein Forschungs- und Dialogprogramm, um diese Herausforderungen anzugehen und Empfehlungen für Maßnahmen und weitere Untersuchungen vorzuschlagen. Dabei wird der Schwerpunkt auf Landnutzung und Entwaldung liegen.
      • Responsible Investor (März 2021): Artikel „Efforts underway on ‘Nature 100+’ collective biodiversity engagement
        Laut einem Artikel der online-Zeitschrift Responsible Investor (RI), gibt es seitens der  Finance for Biodiversity Pledge Stiftung Pläne für ein kollektives Engagement im Bereich Biodiversität, ähnlich wie bei Climate Action 100+. Demnach verpflichteten sich die Unterzeichner des Pledge – derzeit 37 Investoren, darunter Robeco, HSBC Global Asset Management und Mirova – sich bis spätestens 2024 in Punkto Biodiversität Ziele zu setzen und über Biodiversität zu berichten. Einer der Meilensteine der Stiftung sei für Ende 2021 „Natur 100+ kollektives Biodiversitäts-Engagement“. Dazu gehörten die Identifizierung der wichtigsten Sektoren für Engagement, die wichtigsten Themen, die Identifizierung von 100 Unternehmen, mit denen ein Engagement eingegangen werden soll, sowie 20-100 kollektive Engagements. „Nature 100+“, der vorgeschlagene Name der Initiative, könnte von der bereits aktiven Climate Action 100+ (CA100+) abstammen, deren Mitglieder – zu denen CalPERS, Aberdeen Standard und BNP Paribas Asset Management gehören – sich mit den größten Umweltverschmutzern der Welt auseinandersetzen, um sie in Richtung Netto-Null zu bewegen.
      • TNFD (April 2021): Neue Website „TNFD.Info
        Die neue Website der Taskforce for Nature-related Financial Disclosure (TNFD) umfasst eine Wissensdatenbank mit vielen Ressourcen, die für die TNFD Initiative relevant sind, sowie eine Veranstaltungsseite zum Thema Natur und Finanzen.
      • VfU und NKI (März 2021): Factsheet „VfU ESG Risikomonitor Factsheet Biodiversität
        Für die VfU Veranstaltungsreihe „ESG Risiko-Monitor“ erstellte das Institut für Nachhaltige Kapital-Anlagen (NKI) ein neues Factsheet zum Thema „Biodiversität“. Es liefert einen sehr guten, komprimierten Überblick über die Thematik und ist für Mitglieder (nach Login) von der VfU Mediathek zu beziehen.

      Carbon Accounting

      • Klarna (April 2021): Nachricht „Klarna ermöglicht 90 Millionen Verbraucher*innen ihren CO2-Fußabdruck zu messen
        Klarna, weltweit führender Zahlungsanbieter und lizenzierte Bank, will mit seiner Klarna-Bezahl-App das Bezahlerlebnis für Käufer und Händler grundlegend verändern. In diesem Sinn kündigte das Institut jüngst ein neues Feature für diese App an, das künftig den CO2-Fußabdruck aller über Klarna getätigten Einkäufe anzeigt.
        Viele von Klarnas Partner-Handlelsunternehmen ermitteln bereits ihre CO2 Emissionen. Im Rahmen einer Kooperation von Klarna und Doconomy werden diese CO2-Daten erfasst und Klarna Kunden als durschnittlicher kgCO2-Wert für jeden ihrer Einkäufe  in der Klarna-App zur Verfügung gestellt. Langfristig hofft Klarna Verbraucherinnen und Verbraucher damit über die sogenannten “wahren Kosten” des Konsums zu informieren und ihnen die Chance zu geben, aktiv zu werden. Mit Blick auf die rund 90 Mio. Klarna-Kundinnen und -Kunden verspricht die neue App-Funktion eine der bisher reichweitenstärksten Aufklärungsaktionen zur individuellen Treibhausgasbilanz zu werden.

      Carbon Offsetting

      • Burrett R. (April 2021) Artikel „Carbon offsetting is one step towards Net Zero
        In einem Gastbeitrag in der online-Zeitschrift Responsible Investor argumentiert Richard Burrett, Chief Sustainability Officer bei Earth Capital und Fellow des University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL), dass es trotz der aktuellen Kontroverse Raum für Carbon Offsetting in Net Zero-Strategien gibt. Seiner Ansicht nach kann die Kompensation von Treibhausgasemissionen, trotz berechtigter Bedenken, effektiv sein – als Teil einer Hierarch von Emissionsminderungsmassnahmen. Zunächst müsse man versuchen, die unmittelbare Freisetzung von Treibhausgasen zu verhindern, z.B. indem man Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziere. Dann könne man versuchen, seinen Kohlenstoff-Fußabdruck durch die Einführung neuer Technologien und Lebensstile zu minimieren. Wenn diese Optionen ausgeschöpft seien, könne man schließlich prüfen, wie man den verbleibenden Teil seines Kohlenstoff-Fußabdrucks effektiv ausgleichen können. Dabei würden insbesondere Natur-basierte Lösungen, trotz ihres Potenzials für den Kohlenstoffausgleich, häufig übersehen.

      Green Fintech

      • Green Fintech Network (April 2021): Aktionsplan „Harnessing the Power of Digital Finance for Sustainable Financial Markets
        Anfang April 2021 präsentierte das mit Unterstützung des Schweizer Staatssekretariats für internationale Finanzfragen ins Leben gerufene Green Fintech  Netzwerk einen Aktionsplan. Im Einklang mit dem Ziel des Bundesrates, die Schweiz zu einem weltweit führenden Anbieter von digitalen und nachhaltigen Finanzdienstleistungen zu machen, enthält der Plan 16 konkrete Vorschläge für eine zukunftsfähige Verbindung von digitaler Technologie und einem nachhaltigen Finanzsektor. Sie reichen vom Aufbau einer Plattform für Nachhaltigkeitsdaten über die Lancierung eines Innovationswettbewerbs für grüne Fintech-Start-ups bis hin zur Förderung von Open Finance und dem Ausbau von Finanzierungsmöglichkeiten für grüne Fintechs. Das Netzwerk sieht seine Vorschläge als konkrete Anreize für Behörden, Verbände, Wissenschaft und Wirtschaft, um vielversprechende innovative Lösungen voranzutreiben.

      Klima-/Wandel

      • EU Parlament und Rat (April 2021): Einigung zum „EU Klimagesetz
        Gerade noch vor dem von US Präsident Biden einberufenen Klimagipfel am 21. April haben sich die Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedsstaaten über das EU-Klimagesetz geeinigt. Damit wird unter anderem die Verpflichtung der EU, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, gesetzlich festgeschrieben. Ab 2050 wird dann das Erreichen „negativer Emissionen“ angestrebt. Wichtiger Streitpunkt war bis zum Schluss jedoch das Zwischen-Klimaziel 2030. Hier einigten sich beide Seiten letztendlich darauf, die Netto-Treibhausgasemissionen bis zum Ende dieses Jahrzehnts um „mindestens 55 Prozent“ im Vergleich zu 1990 zu reduzieren – obwohl das Palarment zuvor für eine 60% Minderung gestimmt hatte. Ebenfalls vereinbart wurde, die eingerechneten Beiträge zur CO2-Reduktion durch Landnutzung, Land- und Forstwirtschaft zu begrenzen, wordurch sich das tatsächliche Brutto-Ziel auf 52,8% beläuft. Ausserdem wurde beschlossen, ein unabhängiges wissenschaftliches Beratungsgremium, den „Europäischen Wissenschaftlichen Beirat“, einzurichten, der die politischen Verantwortlichen bei der Ausrichtung der EU-Politik auf das Klimaneutralitätsziel beraten soll. Weiterhin vereinbarten die Verhandlungsführer, dass die Festlegung des 2040 Zwischen-Ziel auf einem „Treibhausgasbudget“ beruhen soll, mit dem bestimmt wird, wie viel CO2 die EU bis 2050 noch ausstoßen kann, bevor sie gegen das Pariser Klimaabkommen verstößt.
        Auf EU-Ebene wird die Vereinbarung nun von Rechtsexperten feinjustiert und dann dem Rat und dem Parlament zur endgültigen Zustimmung vorgelegt.
        Wie zu erwarten, stieß die Einigung auf unterschiedliches Echo verschiedener Stakeholder. Überblicke hierzu finden sich z.B. im Spiegel sowie bei euractiv und Germanwatch.
      • Howard P. & Sylvan D. (März 2021): Studie „Gauging Economic Consensus on Climate Change“
        Für die bisher größte Expertenbefragung zur Ökonomie des Klimawandels haben die beiden Autoren des Institute for Policy Integrity der School of Law der New York University   alle Ökonomen, die klimabezogene Forschung in den renommiertesten akademischen Fachzeitschriften veröffentlicht haben kontaktiert. 738 Personen haben geantwortet. Die Ergebnisse zeigen einen überwältigenden Konsens, dass die Kosten des Nichthandelns beim Klimawandel höher sind als die Kosten des Handelns, und dass sofortige, aggressive Emissionsreduktionen wirtschaftlich wünschenswert sind.

      Klimarisiko Analyse

      • Cloudcomputing-Insider (April 2021): Artikel „Eine standardisierte Cloud für Finanzdaten
        Das Projekt GAIA-X wurde von der deutschen Bundesregierung, Wirtschaft sowie Wissenschaft initiiert und zielt auf eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur im Rahmen ein transparenten digitalen Ökosystems für Europa ab. In ihm sollen Daten und Dienste verfügbar gemacht, zusammengeführt und vertrauensvoll geteilt werden können.
        Wie cloudcomputing-insider berichtet, umfasst GAIA-X auch einen Finanzableger. Bereits seit 2018 widmet sich das Projekt „Financial Big Data Cluster“ (FBDC) der Entwicklung einer Plattform für die Finanzdaten von europäischen Unternehmen, Behörden und Banken. Ein vom Bund gefördertes Forschungs- und Entwicklungs-Projekt, „safeFBDC”, soll KI-basierte Methoden anhand von verschiedenen Anwendungsfällen ausarbeiten. Dazu gehört auch die Analyse von Klimarisiken im Risikomanagement von Finanzinstitutionen durch die Entwicklung von KI-Methoden, die  ESG-Daten von Unternehmen auswerten. Dieser Use Case wird von der Frankfurt School of Finance bearbeitet, unter Leitung des VfU Wissenschaftsbeirats Ingmar Jürgens.

        Paris Alignment / Net-Zero

        • Raze to Zero (April 2021) Gründung: „The Glasgow Financial Alliance for Net Zero
          Um die wachsende Vielzahl von Initiativen und Aktivitäten im Finanzsektor für  das Erreichen der Klimaziele von Paris zu koordinieren, haben Mark Carney (Finanzberater des britischen Premierministers für die COP26 und UN-Sonderbeauftragter für Klimaschutz und Finanzen) und der COP26 Private Finance Hub – in Zusammenarbeit mit den UNFCCC Climate Action Champions, der Race to Zero-Kampagne und der COP26-Präsidentschaft – die Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ) Koalition gegründet. Sie soll bestehende und neue Netto-Null-Finanzinitiativen in einem sektorweiten strategischen Forum zusammenführen und ihre Integration fördern, um den Übergang zu einer Netto-Null-Emissions-Wirtschaft zu beschleunigen.
          Zeitgleich gab UNEP FI die Gründung der UN Net-Zero Banking Alliance (NZBA) durch 43 der weltweit führenden Banken bekannt. Die neue Bankeninitiative wird – neben der Net-Zero Asset Owner Alliance, der Net Zero Asset Managers Initiative und der Paris Aligned Investor Initiative – Gründungsmitglied der GFANZ. Diesen Allianzen werden sich demnächst auch einige der führenden Rück-/Versicherer im Rahmen der angekündigten UN Net-Zero Insurance Alliance (NZIA) anschließen.
        • UNEP FI (April 2021): Leitfaden „Guidelines for Climate Target Setting for Banks
          Für das Erreichen der im Pariser Abkommen vereinbarten Ziele, müssen Banken den Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft durch ihre Finanzierungsentscheidungen unterstützen und ihren Kunden den Übergang erleichtern. Zu diesem Zweck hat die UNEP FI-Gruppe „Collective Commitment to Climate Action“ (CCCA) mit 38 Unterzeichnern Leitlinien für die Festlegung von glaubwürdigen, robusten, wirkungsvollen und ehrgeizigen Klimazielen im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens entwickelt.
          Für die Unterzeichner der CCCA ist die Umsetzung, Überwachung und Berichterstattung zu diesen Richtlinien in die umfassenderen UNEP FI Principles for Responsible Banking Governance-Prozesse eingebettet. Diese Richtlinien unterstützen auch die von den Vereinten Nationen einberufene Net-Zero Banking Alliance, in der sich die Banken zu einem Zeitplan für Net-Zero bis 2050 verpflichtet haben.

        Reporting

        • EU Kommission (April 2021): Entwurf „Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
          Um sicherzustellen, dass Unternehmen konsistente und vergleichbare Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen, hat die Kommission am 21. April 2021 einen Entwurf für eine Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) angenommen, der die bestehenden Berichtspflichten der NFRD ändern würde.
          Der Vorschlag
          – erweitert den Anwendungsbereich auf alle großen Unternehmen und alle an regulierten Märkten notierten Unternehmen (außer börsennotierten Kleinstunternehmen), also fast 50.000 Unternehmen in der EU;
          – verlangt die Prüfung (Assurance) der berichteten Informationen;
          – führt detailliertere Anforderungen an die Berichterstattung ein und verlangt, dass die Berichterstattung nach den verbindlichen EU-Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung erfolgt;
          – verlangt von den Unternehmen, die berichteten Informationen digital zu kennzeichnen, so dass sie maschinenlesbar sind und in den europäischen Single Access Point einfließen, der im Aktionsplan der Kapitalmarktunion vorgesehen ist;
          Insgesamt soll der Vorschlag sicherstellen, dass Unternehmen die Nachhaltigkeitsinformationen berichten, die von Investoren und anderen Stakeholdern benötigt werden. Ziel ist es letztlich, ein Regelwerk zu schaffen, das die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Laufe der Zeit auf eine Stufe mit der Finanzberichterstattung stellt.

        Sustainable Finance

        • EU Kommission (April 2021): Verabschiedung „Six amending Delegated Acts
          Neben dem „EU Taxonomy Climate Delegated Act“ (s.u.) und dem Entwurf der „Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)“ (s.o.) umfasst das Susainable Finance Legislativ-Paket der EU Kommission vom 21. April auch noch sechs Änderung delegierter Rechtsakte
          zur Anlage- und Versicherungsberatung:
          Berater müssen nun bei der Beurteilung der Eignung ihrer Kunden für eine Anlage nun auch die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kunden besprechen. Dies betrifft MiFID-Firmen und Versicherungsvertriebe.
          zu treuhänderischen Pflichten:
          Treuhänderische Pflichten für die Bereiche Vermögensverwaltung, Versicherungen, Rückversicherungen und Investitionen umfassen nun auch die Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken wie die Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung auf den Wert von Investitionen. Dies betrifft OGAW-Verwaltungsgesellschaften, AIFMs, Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften, MiFID-Unternehmen.
          zu Aufsicht und Governance von Anlage- und Versicherungsprodukten:
          Hersteller von Finanzprodukten und Finanzberater müssen bei der Gestaltung ihrer Finanzprodukte, sowie bei der Produktaufsicht und -governance nun auch Nachhaltigkeitsfaktoren und nachhaltigkeitsbezogene Ziele  berücksichtigen. Dies betrifft MiFID-Firmen und Versicherungsvermittler/Versicherungsunternehmen.
        • NGFS (März 2021): Report „Dashboard on Scaling up Green Finance
          Gemäß ihrem Mandat untersucht die NGFS Untergruppe zur Marktdynamik auch die Marktinfrastruktur und Schlüsselfaktoren, die die Entwicklung von Green Finance unterstützen, sowie grüne Finanzinnovationen auf einer allgemeineren Ebene. In diesem Zusammenhang entwickelte sie ein Dashboard zur Messung des Fortschritts im Bereich grüner Finanzen. Es basiert auf derzeit 21 Indikatoren, die es ermöglichen, die Ökologisierung der nationalen Finanzsysteme zu verfolgen und zu verstehen – als erster Versuch, deren Entwicklung im Zeitverlauf zu analysieren (nicht auf einer absoluten Ebene).
          Der nun vorliegende Bericht beginnt mit einer Zusammenfassung der bisher identifizierten Entwicklungen. Anschließend werden Strategien zur Identifizierung von Datenquellen erörtert, die sich insbesondere an externe Stakeholder richten – d.h. es werden wichtige Ansatzpunkte für mögliche weitere Arbeiten innerhalb und außerhalb der NGFS formuliert. Der Bericht schließt mit einer Betrachtung der Limitationen einiger der im Dashboard enthaltenen Indikatoren sowie identifizierter Datenlücken.
        • NGFS (März 2021): Report „Sustainable Finance Market Dynamics
          Dieser Kurzbericht gibt einen Überblick über die Marktdynamik zur Mobilisierung nachhaltiger Finanzmittel. Er identifiziert drei Hauptkanäle, über die die Finanzmärkte dazu beitragen können, die notwendige Transformation der Realwirtschaft hin zu einem höheren Maß an Nachhaltigkeit zu steuern: Offenlegung, Risikomanagement und die Mobilisierung von Kapital.  Der Bericht enthält auch Beispiele für Richtlinien, Vorschriften und Leitlinien, die sich an Marktteilnehmer zu diesen drei Themen richten. Schließlich enthält er eine Reihe von wichtigen Schlussfolgerungen, die von politischen Entscheidungsträgern und Marktteilnehmern gleichermaßen berücksichtigt werden sollten.

        Taxonomie

        • DGNB et al. (März 2021): Studie „Evaluating the market-readiness of the EU taxonomy criteria for buildings
          Für diese Studie der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) und vier weiterer europäsischeer Partner (GBCe, DK-GBC, ÖGNI udn CPE) wurden neben vier der renommiertesten europäischen Green Building Councils auch 23 Finanz- und Immobilienunternehmen zur Anwendung der EU Taxonomie im Gebäude-Bereich befragt. Die vorgeschlagenen Taxonomy-Kriterien für Gebäudeaktivitäten wurden auf 62 reale Gebäude-Fallstudien angewendet. Die Studie gibt Einblicke in die Herausforderungen, mit denen die Marktteilnehmer konfrontiert waren, und liefert praktische Lösungen und Empfehlungen für die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien bei Finanztransaktionen.
        • EU (April 2021): Delegierter Rechtsakt „EU Taxonomy Climate Delegated Act
          Die Taxonomieverordnung, die im Juli 2020 in Kraft trat, beschreibt das Rahmenwerk für die EU-Taxonomie. Zugleich beauftragte sie die Kommission, die eigentliche Liste der ökologisch nachhaltigen Aktivitäten zu erstellen, indem sie technische Prüfkriterien für jedes Umweltziel durch delegierte Rechtsakte definiert.
          Ein erster delegierter Rechtsakt zu nachhaltigen Aktivitäten für die ersten zwei Ziele zur Anpassung an den Klimawandel und zur Eindämmung des Klimawandels wurde am 21. April 2021 veröffentlicht (ein zweiter delegierter Rechtsakt für die übrigen Ziele wird 2022 veröffentlicht). Er führt er die erste Reihe von technischen Screening-Kriterien ein, um die Bedingungen zu bestimmen, unter denen eine wirtschaftliche Aktivität als wesentlicher Beitrag zur Abschwächung des Klimawandels oder zur Anpassung an den Klimawandel qualifiziert ist, und um zu bestimmen, ob diese wirtschaftliche Aktivität keinen signifikanten Schaden für eines der anderen Umweltziele verursacht.
          Der delegierte Rechtsakt würde die wirtschaftlichen Aktivitäten von etwa 40% der börsennotierten Unternehmen abdecken, in Sektoren, die für fast 80% der direkten Treibhausgasemissionen in Europa verantwortlich sind. Dazu gehören Sektoren wie Energie, Forstwirtschaft, Produktion, Transport und Gebäude.
          Der Delegierte Rechtsakt soll am 1. Januar 2022 in Kraf treten.
          Seine Veröffentlichung wurde, auch vor dem Hintergrund der noch ungelösten Diskussionen mit Blick auf den Umgang mit Atomenergie und Erdgas, begleitet von einer Mitteilung der Kommission unter dem Titel „EU Taxonomy, Corporate Sustainability Reporting, Sustainability Preferences and Fiduciary Duties:Directing finance towards the European Green Deal“ begleitet.
        • UNEP FI (Januar 2021): Empfehlung / Stellungnahmen „Testing the application of the EU Taxonomy to core banking products: High level recommendations
          In diesem Bericht werden die wichtigsten Erkenntnisse aus der ersten Reihe umfassender Fallstudien über die Anwendung der EU-Taxonomie auf Kernbankprodukte, nämlich das Privatkundengeschäft, die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und das Firmenkundengeschäft, einschließlich Handels-, Export- und Projektfinanzierung, vorgestellt. Von Januar bis August 2020 testeten 26 Banken die EU-Taxonomie an mehr als 40 aktuellen oder kürzlich abgeschlossenen Transaktionen und bestehenden Kundenbeziehungen, die ein breites Spektrum an NACE-Makrosektoren und Wirtschaftszweigen abdecken.

        Zentralbanken

        • NGFS (März 2021): Technical document „Adapting central bank operations to a hotter world – Reviewing some options
          Unter den im Network for Greening the Financial System (NGFS) versammelten Zentralbanken besteht breiter Konsens darüber, dass sie die sich aus dem Klimawandel ergebenden Risiken bewerten und gegebenenfalls zusätzliche Risikomanagementmaßnahmen ergreifen sollten, um ihre Bilanzen vor den durch den Klimawandel verursachten finanziellen Risiken zu schützen. Jedoch gibt es noch keinen Konsens über die diesbezüglich optimalen klimabezogenen Anpassungen.
          Vor diesem Hintergrund hat das NGFS nun einen Bericht veröffentlicht, der sich auf mögliche Maßnahmen auf der Aktivseite der Zentralbankbilanz konzentriert, mit Fokus auf drei wichtigen Politikbereiche: Kreditgeschäfte, Sicherheitenpolitik und Ankäufe von Vermögenswerten. Auf der Grundlage der verfügbaren Literatur und Expertenanalysen konzentriert sich die Analyse in diesen Bereichen auf neun stilisierte Optionen. Einige Optionen stellen eine größere Abweichung von der üblichen operativen Politik der Zentralbanken dar als andere, mit unterschiedlichen Herausforderungen für einzelne Institute. Der Bericht enthält daher weder Empfehlungen noch Hinweise auf die Präferenzen der Mitglieder.

        📣 SONSTIGES

         

        In eigener Sache

        Zum Schluss nochmal die Bitte um Feedback und Anregungen zu unserem Newsletter sowie um Hinweise und Meldungen aus Ihren Häusern für die nächsten Newsletter – die Sie uns gerne jederzeit zusenden können, an: info@vfu.de

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