Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ 07/2021

Liebe Mitglieder und Freunde des VfU,

anbei erhalten Sie den VfU Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ für den Monat Juli 2021.

Er bietet Ihnen Hinweise auf aktuelle Aktivitäten und Initiativen, neue Publikationen sowie interessante Veranstaltungen im Kontext von Sustainable Finance – aus

  • der VfU Geschäftsstelle,
  • den VfU Mitgliedsunternehmen,
  • dem VfU Netzwerk und/oder
  • dem weiteren Umfeld (Politik, Aufsicht, Wissenschaft, Zivil-Gesellschaft etc.).

Wenn Sie zukünftig über unseren Newsletter entsprechende Hinweise zu den o.g. Themen mit der Community teilen wollen, senden Sie uns diese gerne zu, an: info@vfu.de.

Frühere Ausgaben unseres Newsletters finden Sie im Newsletter-Archiv.

Beste Grüße und bleiben Sie gesund,
Ihr VfU Team – Martin Hillenbrand, Henrik Ohlsen und Sven Remer

🚀 AKTIVITÄTEN & INITIATIVEN

Von VfU Mitgliedsunternehmen

  • PCAF D/A/CH/Li nimmt Fahrt auf
    Seit 30.06.21 bis Redaktionsschluss haben sich 19 Unternehmen, und davon 9 VfU Mitgliedsunternehmen, der PCAF D/A/CH/Li Regionalgruppe angeschlossen. Die Gruppe, koordiniert von VfU, bietet Anwendern einen Lernraum für die Anwendung des Standards (Peer Learning) und treibt die Weiterentwicklung von Berechnungsmethoden und die Verbesserung der Datenqualität voran.
    Finanzinstitute, die sich ebenfalls für das Thema Scope 3 Treibhausgas Accounting interessieren, können sich gerne an den VfU wenden: info@vfu.de.

Vom VfU Wissenschaftsbeirat

  • Prof. Christian Klein & Prof. Timo Busch (Juni 2021) Studie für mehr Klarheit bei nachhaltigen Anlageprodukten
    Die EB-SIM und ihre Muttergesellschaft, die Evangelische Bank (EB), wollen Anlegern mehr Klarheit über die Nachhaltigkeit und Wirkung von Anlageprodukten verschaffen und dabei auch das sog. „Impact Washing“, also die irreführende Beschreibung von eigentlich konventionellen Angeboten als „Impact Investments“, adressieren. Dazu fördern sie ein gemeinsames Forschungsprojekt zweier VfU Wissenschaftsbeiräte (Prof. Timo Busch, Universität Hamburg, und Prof. Christian Klein, Universität Kassel). Abschließende Ergebnisse des Vorhabens mit dem Titel „Sustainable Finance 3.0: The Effectiveness of Impact Investments“ werden Anfang 2023 erwartet. Mehr Informationen zu dem Projekt und seinem Hintergrund finden sich in diesem Artikel auf FinanzNachrichten.de.

Von VfU Partnern

  • UNEP FI (Juli 2021) Veröffentlichung zweier neuer Tools zur Wirkungsanalyse
    UNEP FI hat zwei neue Tools zur Wirkungsanalyse eingeführt: das Real Estate Impact Analysis Tool und das Investment Portfolio Impact Analysis Tool.
    Die beiden neuen Tools sollen Finanzinstitutionen in die Lage versetzen, die mit ihren Portfolios, Kunden und Investitionen verbundenen Auswirkungen ganzheitlich zu identifizieren und zu bewerten.
    Das Investment Portfolio Impact Analysis Tool wurde als Ergänzung zum Bank Portfolio Impact Analysis Tool entwickelt, um es den Unterzeichnern der Principles for Responsible Banking zu ermöglichen, ihre Anforderungen gemäß Prinzip 2 zur Wirkungsanalyse zu erfüllen. Während sich das Bank Portfolio Impact Analysis Tool auf das Consumer-, Business-, Corporate- und Investment-Banking konzentrierte, deckte es keine Investment-Portfolios ab. Mit dem Investment Portfolio Tool kann die ganzheitliche Impact-Methodik nun konsequent in der gesamten Bank angewendet werden.
    Das Real Estate Impact Analysis Tool baut auf dem UNEP FI Positive Impact Real Estate Investment Framework Model Framework auf, das 2018 von der UNEP FI Property Working Group entwickelt wurde und auf dem UNEP FI Impact Radar basiert. Das Tool ermöglicht die Analyse einzelner Vermögenswerte oder auf Fonds-/Portfolioebene und ist sowohl für neue Entwicklungen als auch für auslaufende Vermögenswerte anwendbar. Das Tool ist auch mit GRESB kompatibel. 
  • UNEP FI (Juli 2021): Aufruf zur Interessensbekundung „Responsible Banking Academy
    Unser Partner, die Finanzinitiative des UN Umweltprogramms (UNEP FI), sucht eine professionelle Bildungseinrichtung, die eine Online-Lernakademie – die Responsible Banking Academy – entwickelt, um die Umsetzung der Principles for Responsible Banking zu unterstützen.
    Die genaue Spezifikation und die Anforderungen werden während des Bewerbungsverfahrens besprochen.
    Antragsstellende Einrichtungen sollten: a) von einer nationalen Bildungsaufsichtsbehörde reguliert werden; b) im Bankenmarkt tätig sein und Materialien zu nachhaltigen Finanzen anbieten; c) über eine voll funktionsfähige Online-Lernplattform mit Kursen zu Sustainable Finance verfügen. Interessierte Organisationen können sich hier registrieren.

🗞️ OFFENE KONSULTATIONEN

📅  VERANSTALTUNGEN

VfU Veranstaltungen

Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):
Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Veranstaltungen, sowie die Möglichkeit Veranstaltungen in Ihren Kalender zu importieren, finden Sie unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

Veranstaltungen Dritter

Aktuelle Informationen zu kommenden Veranstaltungen Dritter finden Sie auch unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

📚 VERÖFFENTLICHUNGEN

Jüngst erschienen sind folgende relevante Veröffentlichungen, von denen Sie die meisten  – nach Registrierung/Login –  auch in der VfU Mediathek finden, bewerten, kommentieren und teilen können:

Berichterstattung & Offenlegung

  • Responsible Investor (Juli 2021): Artikel „Investors given longer to comply with EU sustainability disclosure rules (Paywall)
    Laut Responsible Investor hat die Europäische Kommission am 8. Juli in einem Schreiben an das Parlament und den Rat erklärt, dass sie plant, die Umsetzung der ersten Phase ihrer neuen Meldevorschriften gem. der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) von der ursprünglichen Frist im Januar 2022 auf Juli 2022 zu verschieben. Somit hätten Investoren und Asset Manager sechs Monate mehr Zeit, die SFDR Anforderungen zu erfüllen. Die Kommission  macht dafür die Komplexität der Entwicklung technischer Regulierungsstandards für die SFDR verantwortlich.

Biodiversität

  • CDB (Juli 2021): Veröffentlichung „First Draft of the Post-2020 Global Biodiversity Framework
    Das Sekretariat der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) hat den ersten offiziellen Entwurf des Rahmenwerks veröffentlicht, der im Oktober auf der Konferenz der Vertragsparteien der Konvention über die biologische Vielfalt (COP15) in China vorgestellt werden soll. Der Entwurf identifiziert 21 Zielvorgaben und 10 Ziele, die helfen sollen, das UN-Ziel „Leben im Einklang mit der Natur“ bis 2050 zu erreichen. Er schlägt u.a. vor, dass Unternehmen ihre Abhängigkeiten und Auswirkungen auf die biologische Vielfalt offenlegen und dass alle Aktivitäten und Finanzströme mit den Werten der biologischen Vielfalt in Einklang gebracht werden sollen. 
  • EU Business@Biodiversity, FfB, PRI & UNEP-FI (Juli 2021): Leitfaden „Finance and Biodiversity – Overview of initiatives for financial institutions
    Die Relevanz des Themas Biodiversität für den Finanzsektor wird von immer mehr Akteuren erkannt. Entsprechend wächst auch die Zahl der Netzwerke und Initiativen, die sich diesem Thema widmen. Vor diesem Hintergrund bietet der neue Leitfaden einen umfassenden Überblick über die wichtigsten biodiversitätsbezogenen Initiativen, die sich derzeit an Finanzinstitute richten. 
  • Finance for Biodiversity Pledge (Mai 2021): Leitfaden „Finance for Biodiversity – Reverse nature loss in this decade
    Primäres Ziel dieses Leitfadens ist es, die (aktuell) 55 Finanzinstitute  zu unterstützen, die den Finance for Biodiversity Pledge unterzeichnet und sich in diesem Zusammenhang zu fünf Aktivitätsbereichen verpflichtet haben: 1. Zusammenarbeit und Wissensaustausch, 2. Zusammenarbeit mit Unternehmen, 3. Bewertung der Auswirkungen, 4. Festlegung von Zielen, 5. öffentliche Berichterstattung. Darüber hinaus, liefert er aber auch eine gute Übersicht für Institute, die sich dem Thema Biodiversität zuwenden wollen. 
  • SCBD, BfN, FfB, PRI & UNEP-FI (Juli 2021): Leitfaden „Financial Sector Guide for the Convention on Biological Diversity – Key Actions for Nature
    Dieser neue Leitfaden zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt  soll Finanzinstitutionen für eine naturfreundliche Welt mobilisieren, indem er ein besseres Verständnis für die Bedeutung der Natur für den Finanzsektor fördert, einen Einblick in den Prozess des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD – s.o.) gibt und die Maßnahmen aufzeigt, die von Finanzinstitutionen zum Nutzen der Natur ergriffen werden können. 
  • UBS (März 2021): Leitfaden „Seeds of change – A guide for philanthropists and changemakers to protect biodiversity and all life on land
    Die UBS und ihr Team von Philanthrophy Services veröffentlichten im März einen Leitfaden zum Schutz der Biodiversität. In diesem Zusammenhang auch lesenswert ist der bereits 2020 erschienene UBS Leitfaden „Sea beyond the blue“ zur Rettung der Weltmeere. 
  • UNEP FI (Juni 2021): Leitfaden „Guidance on Biodiversity Target-setting
    Der Leitfaden zur Festlegung von Biodiversitätszielen richtet sich an Unterzeichner der Principles for Responsible Banking (PRB) und ermöglicht es Banken, einen systematischen Ansatz zur Festlegung und Erreichung von Biodiversitätszielen zu verfolgen. Der Leitfaden, der auch vier Fallstudien aus der Praxis vorstellt, wurde von UNEP FI und UNEP-WCMC auf der Grundlage von Diskussionen und Beiträgen einer Arbeitsgruppe von 30 Instituten, die die Principles for Responsible Banking unterzeichnet haben, entwickelt und von einer Reihe von Experten überprüft und ergänzt. 
  • UNEP (Juni 2021): Artikel „The UN & TNFD: Stewarding Systems Change
    Die von der UN unterstützte Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) wurde am 4. Juni 2021 ins Leben gerufen. Sie soll eine Verlagerung der globalen Finanzströme weg von natur-negativen hin zu natur-positiven Ergebnissen unterstützen, indem sie einen praktischen Berichtsrahmen für Unternehmen bereitstellt. In diesem Blog reflektieren UNDP und UNEP FI über die Chancen der neuen Initiative für Unternehmen, warum sie gebraucht wird und warum die Vereinten Nationen hinter diesem Schlüsselelement des globalen grünen Wandels stehen.

FinTech

Grüne Anleihen

  • Europäische Kommission (Juli 2021): Veröffentlichung „Proposal for a Green Bond Standard
    Der jüngst von der EU Komission vorgeschlagene, freiwillige European Green Bond Standard soll, basierend auf den Empfehlungen der TEG, dazu beitragen, die ökologischen Ambitionen des Marktes für grüne Anleihen zu erweitern und zu erhöhen. Dafür umfasst das vorgeschlagene Rahmenwerk vier Hauptanforderungen: 1)     Taxonomie-Kompatibilität der zugrundeliegenden Projekte, 2) Transparenz über die Verwendung der Anleiheerlöse durch detaillierte Berichtspflichten, 3)   Externe Überprüfung, 4)  Beaufsichtigung der Prüfer durch die Europäische Wertpapiermarktaufsicht (ESMA).

Green Deal

Impact-Investing

  • Freshfields Bruckhaus Deringer (Juli 2021): Bericht: „A Legal Framework for Impact: sustainability impact in investor decision making
    Dieser von Freshfields Bruckhaus Deringer im Auftrag von PRI, UNEP FI und The Generation Foundation verfasste Bericht liefert eine interessante rechtliche Analyse darüber, inwieweit es die rechtlichen Rahmenbedingungen in verschiedenen Jurisdiktionen Investoren ermöglichen, die (Nachhaltigkeits-) Wirkung ihrer Aktivitäten zu berücksichtigen. Der Bericht skizziert auch Optionen für politische Entscheidungsträger, die nachhaltige wirksame Investitionen erleichtern wollen, so z.B. die Änderung der gesetzlichen Pflichten und Ermessensspielräume von Investoren mit Blick auf die Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen.

Klimarisiken

  • Bundesbank (Juli 2021): Fachaufsatz „Climate Change and Financial Stability: Contributions to the Debate
    In Ihrem Debattenbeitrag zu Klimawandel und Finanzstabilität beschreiben Bundesbank Vizepräsidentin Claudia Buch und der Leiter des Zentralbereichs Finanzstabilität Benjamin Weigert, Maßnahmen, die Zentralbanken unternehmen können, um die Klimapolitik zu unterstützen. Dazu gehören (i) die Verbesserung der makroökonomischen Modellierung und Stresstests, um klimabezogene Risiken wie Nichtlinearitäten, sektorale Anpassungen und Kipppunkte zu berücksichtigen, (ii) die Verbesserung der Transparenz durch Offenlegungsstandards, das Schließen von Datenlücken und den Aufbau von Datenplattformen, (iii) die Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors, um klimabezogene Risiken und Unsicherheiten zu begegnen. 
  • EZB (Juli 2021): Pressemitteilung „EZB präsentiert Maßnahmenplan zur Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten und ihrer geldpolitischen Strategie
    Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat einen umfassenden Maßnahmenplan beschlossen, der u.a. zum Ziel hat, Klimaschutzaspekte stärker in den geldpolitischen Handlungsrahmen des EZB-Rates einzubeziehen, im Einklang mit den EU-Maßnahmen und -Initiativen im Bereich Offenlegung und Berichterstattung zur ökologischen Nachhaltigkeit. Ein Annex zur Mitteilung umfasst einen detaillierten Fahrplan für die geplanten klimabezogenen Maßnahmen der EZB. 
  • NGFS (Juli 2021): Pressemitteilung „International financial organisations unite with the central bank and financial supervisory community to launch the Central Banks’ and Supervisors’ Climate Training Alliance (CTA) ahead of COP26
    Das Zentralbanken Network for Greening the Financial System (NGFS), die Bank for International Settlements (BIS), die International Association of Insurance Supervisors (IAIS) und das UN-gestützte Sustainable Insurance Forum (SIF) gründen die Climate Training Alliance (CTA). Sie bietet eine Plattform für den Austausch von Best Practices für die Integration von Klimarisiken in die Aktivitäten wie Banken- und Versicherungsaufsicht, Szenarioanalyse, Geldpolitik und Portfoliomanagement. Darüber hinaus soll sie auch ein spezielles Online-Portal für Schulungen zu Klimarisiken für Zentralbanken und Aufsichtsbehörden schaffen. 
  • ntv (Juli 2021): Artikel „Banken droht ganz eigenes `Dieselgate´
    Ein Artikel im Nachrichten Portal ntv argumentiert, dass auf Banken in den nächsten Jahren eine Klagewelle zurollen könnte, ähnlich wie es die Autoindustrie im Zusammenhang mit der Manipulation von Abgaswerten erfahren hat. Dabei könnte es einerseits um die Finanzierung von „Umweltsündern“ gehen. Ein weiterer Angriffspunkt wären aber auch als nachhaltige deklarierte Anleihen, die ihrem Ruf nicht gerecht werden. Der Artikel stützt sich u.a. auf eine kürzlich von der London School of Economics veröffentlichte Studie zu Klima-Klagen, die zeigt, dass solche Klagen insgesamt zunehmen und davon auch immer mehr Unternehmen betroffen sind. 
  • Umweltbundesamt (Juni 2021): Pressemeldung „Neue Analyse zeigt Risiken der Erderhitzung für Deutschland
    Die Ergebnisse der jüngsten Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) des Bundes, zeigen, dass bei einem ungebremsten Klimawandel die Risiken durch Hitze, Trockenheit und Starkregen im gesamten Bundesgebiet künftig stark ansteigen würden. Die Schäden wirken sich dabei wie bei einem Dominoeffekt von bereits heute stark belasteten Ökosystemen wie Böden, Wäldern und Gewässern hin zum Menschen und seiner Gesundheit aus. Eine Kurzzusammenfassung der KWRA findet sich hier
  • Umweltbundesamt (Juli 2021) Forschungsbericht: Carbon Bubble – Analysen, wirtschaftliche Risiken, Maßnahmen und Instrumente
    Dieser Bericht fasst die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur Analyse und Evaluation der transitorischen Klimarisiken (Stichwort: Carbon Bubble) im deutschen Finanzsystem zusammen, das im Auftrag des Umweltbundesamtes gemeinsam von Navigant, Oxford Universität (Smith School of Enterprise and the Environment), Triple A Risk Finance, Global Climate Forum, Universität Zürich (Finexus) und Germanwatch durchgeführt wurde. Die Studie bewertet die Kohlenstoffrisiken in der deutschen Wirtschaft, entwickelt einen Carbon-Stresstest für deutsche Finanzinstitute und empfiehlt regulatorische Instrumente zur Reduktion von Kohlenstoffrisiken im Finanzmarkt.

Lieferkettengesetz

Mitarbeitendengewinnung

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (17.07.2021): Artikel „Her mit den Talenten!“ (nur für Probe-/Abonnenten)
    Dieser FAZ Artikel beschreibt die Herausforderungen der Finanzbranche ausgebildetes Personal im Bereich Sustainable Finance zu akquirieren. Zwar gibt es bereits einige Absolventinnen und Absolventen mit Nachhaltigkeitsabschluss, die Kombination mit einem soliden finanzwirtschaftlichen Grundlagenwissen ist jedoch rar. Einzelne Hochschulen in Deutschland bilden mittlerweile jedoch die gewünschten „Talente“ aus.

Netto-Null / Net-Zero

  • Net Zero Asset Owner Alliance (Juli 2021) Veröffentlichung „Discussion paper on governmental carbon-pricing
    Die UN gestützte Net-Zero Asset Owner Alliance (NZA) empfiehlt in ihrem jüngst erschienenen Diskussionspapier die Stärkung der aktuellen Instrumente und Regelungen zur Bepreisung von Kohlenstoff in der gesamten Weltwirtschaft. Das Diskussionspapier beschreibt explizite Mechanismen für eine Erhöhung der verbindlichen Kohlenstoffpreisunter- bzw. -obergrenze und schlägt vor, dass die aktuellen Kohlenstoffpreise bis 2030 fast verdreifacht werden müssen, um Netto-Null zu erreichen. In diesem Zusammenhang ist auch ein Reuters-Artikel von Günther Thallinger (Vorstand der Allianz SE und Vorsitzender der Net-Zero Asset Owner Alliance) lesenswert, in dem er auf Fortschritte in der G20 Klimapolitik und der CO2-Bepreisung fordert, um Net-Zero zu erreichen. 
  • UNEP (Juli 2021): Pressemeldung „Global insurance and reinsurance leaders establish alliance to accelerate transition to net-zero emissions economy
    Acht der weltweit führenden Rück-/Versicherer – AXA (NZIA-Vorsitz), Allianz, Aviva, Generali, Munich Re, SCOR, Swiss Re und Zurich Insurance Group – haben sich als Gründungsmitglieder der von den UN ins Leben gerufenen Net-Zero Insurance Alliance (NZIA) dazu verpflichtet, ihre Versicherungs- und Rückversicherungsportfolios bis 2050 auf einen Netto-Null-Ausstoß von Treibhausgasen (THG) umzustellen (s. auch: Statement of commitment by signatory companies). Sie werden alle fünf Jahre individuell wissenschaftlich fundierte Zwischenziele festlegen und unabhängig voneinander öffentlich und jährlich über ihre Fortschritte berichten. Außerdem werden sie sich für eine wissenschaftlich fundierte und sozial gerechte Umstellung der Wirtschaftssektoren auf Netto-Null-Emissionen einsetzen und sich in der Regierungspolitik engagieren.
    Die NZIA-Gründungsmitglieder sind bereits Teil der 2019 gegründeten, von den UN einberufenen Net-Zero Asset Owner Alliance (NZAOA), wo sie bereits individuell wissenschaftsbasierte Dekarbonisierungsziele für 2025 für ihre jeweiligen Anlageportfolios im Einklang mit einem Netto-Null-Übergangspfad festlegen.
    Im Vorfeld der COP26 im November dieses Jahres wird erwartet, dass die NZIA-Mitgliedschaft auf Versicherer, Rückversicherer, Makler und Versicherungsmarktgremien aus der ganzen Welt anwächst.

Sustainable Finance Strategie

  • Europäische Kommission (Juli 2021): Veröffentlichung „Strategy for Financing the Transition to a Sustainable Economy
    Am 6. Juli 2021 veröffentlichte die EU Kommission ihre „Strategie für die Finanzierung des Übergangs zu einer nachhaltigen Wirtschaft“ (s.a. das entsprechende Factsheet für eine Zusammenfassung).
    Die Strategie zeigt die, aus Sicht der EU, wichtigsten Entwicklungsbereiche seit der Veröffentlichung des Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums aus 2018 auf. Weiter legt sie die strategischen Prioritäten und nächsten Schritte in Bezug auf nicht-/legislative  Maßnahmen in der EU fest, mit dem Ziel, den EU Green Deal und den Weg zu einem kohlenstoffneutralen Europa bis 2050 zu unterstützen.
    Dafür fokussiert sie auf vier Kernthemen:
    1) Finanzierung des Übergangs der Realwirtschaft zur Nachhaltigkeit,
    2) Inklusiverer Rahmen für nachhaltige Finanzen,
    3) Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors und seines Beitrags zur Nachhaltigkeit und
    4) Förderung globaler Ambitionen
    Die entsprechenden Empfehlungen werden, detailliert im Anhang zur Strategie, weiter eingegrenzt auf sechs Aktionsfelder mit 21 konkreten Ergebnissen, sowohl regulatorischer als auch nicht-regulatorischer Natur.
    Wie CRIC in einer guten Übersicht mit Fokus auf Reaktionen seitens zivilgesellschaftlicher Organisationen darstellt, trifft die neue Sustainable Finance-Strategie der EU auf gemischtes Echo.

Taxonomie

  • Europäische Kommission (Juli 2021): Veröffentlichung „Delegated act supplementing Article 8 of the Taxonomy Regulation
    Die Europäische Kommission im Juli den delegierten Rechtsakt zur Ergänzung von Artikel 8 der Taxonomie-Verordnung zur Prüfung durch die Mitgesetzgeber angenommen. Er legt den Inhalt, die Methodik und die Darstellung der Informationen fest, die von Finanz- und Nichtfinanzunternehmen über den Anteil ökologisch nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten an ihrer Geschäftstätigkeit, ihren Investitionen oder ihrer Kreditvergabe offenzulegen sind. Dabei sind die detaillierten Anforderungen in mehreren Anhängen zur Delegierten Verordnung enthalten (s. Annexes 1-5678 und 9-11) und werden in einem FAQ Dokument  praktisch erläutert. 
  • Platform on Sustainable Finance (Juli 2021): Entwurfsbericht „Social Taxonomy
    Die Platform on Sustainable Finance, die die EU Kommission berät, veröffentlichte Mitte Juli ihren Berichtsentwurf zu einer „Sozialen Taxonomie“. Er zielt darauf ab, wirtschaftliche Aktivitäten zu identifizieren, die zur Förderung sozialer Ziele beitragen. Auf der Grundlage internationaler Normen und Prinzipien wie den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) und den UN-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte sollte eine Sozial-Taxonomie Investoren dabei helfen, Lösungen zu finanzieren, die menschenwürdige Arbeit, integrative und nachhaltige Gemeinschaften sowie erschwingliche Gesundheitsfürsorge und Wohnraum gewährleisten.
    Bis 27. August besteht im Rahmen einer öffentlichen Konsultation die Möglichkeit auf den Entwurfsbericht zu geben. Der Abschlussbericht zur Sozial-Taxonomie der Plattform soll im vierten Quartal 2021 erscheinen.
    Ein Artikel auf Finanznachrichten.de deutet auf eine insgesamt positive Resonanz auf den Entwurf auch von zivilgesellschaftlicher Seite, wobei in Teilen auch noch weiterer Verbesserungsbedarf gesehen wird. 
  • Platform on Sustainable Finance (Juli 2021): Konsultationsbericht „Public Consultation Report on Taxonomy extension options linked to environmental objectives
    Zeitgleich mit ihrem Entwurfsbericht zu einer Sozial-Taxonomie (s.o.) hat die Platform on Sustainable Finance auch einen Konsultationsbericht für eine erweiterte Umwelt-Taxonomie veröffentlicht.
    Aufbauend auf der bestehenden Taxonomie fordert der Entwurf  weitere Klarheit mit Blick auf Tätigkeiten, die die ökologische Nachhaltigkeit erheblich beeinträchtigen, und solche, die keine erheblichen Auswirkungen auf sie haben. Ziel ist es, Übergänge in Bereichen zu unterstützen, die derzeit „signifikant schädlich“ sind. Sie sollten auf ein Niveau übergehen, das zumindest keinen signifikanten Schaden verursacht, auch wenn sie nicht tatsächlich einen wesentlichen Beitrag (grün) erreichen. Auch hier besteht bis 27. August im Rahmen einer öffentlichen Konsultation die Möglichkeit auf den Entwurfsbericht zu geben.

Wirkungsorientiertes Banking

  • Impact Institute (Juni 2021): Pressemitteilung „Banking for Impact
    Im Juni gründete sich die neue „Banking for Impact“ (BFI) Arbeitsgruppe, die neue Regeln für die Messung und Berichterstattung mit Blick auf die sozialen und ökologischen Auswirkungen aller Bankaktivitäten vorschlägt, um den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu beschleunigen. Das Konsortium umfasst Harvard Business School, Impact Institute, ABN AMRO, Danske Bank, DBS und UBS.
    In einem entsprechenden Statement und einem Visionspapier erläutern sie die Hintergründe und Pläne Ihrer Arbeit. So baut die Gruppe u.a. auf den Vorarbeiten der Impact Weighted Financial Accounts Initiative (Harvard Business School) und das Integrated Profit and Loss Framework (Impact Institute) auf, die Organisationen bei der komplexen Aufgabe der Messung ihrer externen Effekte helfen sollen. Die BFI-Arbeitsgruppe zielt nun darauf ab, einen gemeinsamen Ansatz zur Messung und Bewertung von Auswirkungen (IMV) zu schaffen, der eine robuste, skalierbare und kosteneffiziente Methode für die Quantifizierung, Bewertung, Attribution und Aggregation von Auswirkungen für den Sektor definiert.

📣 SONSTIGES

 

Social Business

Unternehmen, die sich um die Lösung gesellschaftlicher Probleme kümmern, ohne dabei das wirtschaftliche Denken aus den Augen zu verlieren – ein Trend bei jungen Gründer*innen. Gemeinwohlorientiert und zudem wirtschaftlich arbeiten – wie funktioniert das? Diese Frage beantwortet eine Reportage des ZDF, die hier abgerufen werden kann. 

In eigener Sache

Zum Schluss nochmal die Bitte um Feedback und Anregungen zu unserem Newsletter sowie um Hinweise und Meldungen aus Ihren Häusern für die nächsten Newsletter – die Sie uns gerne jederzeit zusenden können, an: info@vfu.de

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