Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ 08/2021

Liebe Mitglieder und Freunde des VfU,

anbei erhalten Sie den VfU Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ für den Monat August 2021.

Er bietet Ihnen Hinweise auf aktuelle Aktivitäten und Initiativen, neue Publikationen sowie interessante Veranstaltungen im Kontext von Sustainable Finance – aus

  • der VfU Geschäftsstelle,
  • den VfU Mitgliedsunternehmen,
  • dem VfU Netzwerk und/oder
  • dem weiteren Umfeld (Politik, Aufsicht, Wissenschaft, Zivil-Gesellschaft etc.).

Wenn Sie zukünftig über unseren Newsletter entsprechende Hinweise zu den o.g. Themen mit der Community teilen wollen, senden Sie uns diese gerne zu, an: info@vfu.de.

Frühere Ausgaben unseres Newsletters finden Sie im Newsletter-Archiv.

Beste Grüße und bleiben Sie gesund,
Ihr VfU Team – Martin Hillenbrand, Henrik Ohlsen, Patrick Weltin und Sven Remer

🚀 AKTIVITÄTEN & INITIATIVEN

Aus der Geschäftsstelle

  • Neuer VfU Mitarbeiter – Patrick Weltin
    Seit Anfang August ist Patrick Weltin als „Referent Sustainable Finance“ für den VfU tätig. Hier wird er unter anderem an einem F&E Projekt mitwirken, das der VfU derzeit für das Umweltbundesamt durchführt. Darüber hinaus wird sich Hr. Weltin aber auch in verschiedenen anderen Aktivitäten des VfU engagieren. Dafür kann er auf fundierte Erfahrungen mit Themen an der Schnittstelle von nachhaltiger Entwicklung und Wirtschaft zurückgreifen. In den vergangenen sieben Jahren arbeitete er als Sustainability Analyst bei einer bekannten deutschen Nachhaltigkeits-Ratingagentur. 
  • PostFinance – Interview mit Henrik Ohlsen, VfU (August 2021) Corporate Responsibility: Finanzierte Emissionen einheitlich berechnen
    In diesem Interview mit PostFinance, einem der größten Finanzdienstleister in der Schweiz, erläutert VfU Geschäftsführer Henrik Ohlsen die Bedeutung von „Finanzierten Emissionen“ für den CO2-Fußabdruck von Finanzinstituten. Für die Berechnung dieser Emissionen steht mit PCAF (Partnership Carbon Accounting Financials) mittlerweile ein etablierter Standard zur Verfügung, für den der VfU eine Lern- und Austauschplattform in der DACHLi-Region organisiert.

Von VfU Mitgliedsunternehmen

  • Deutsche Bank (August 2021): Deutsche Bank führt mit der türkischen Akbank ihre erste nachhaltige Repo-Transaktion durch
    Die Deutsche Bank AG hat den Zinssatz für eine 300-Millionen-Dollar-Interbank-Finanzierung (Repo Vereinbarung) mit der Akbank TAS (dem zweitgrößten türkischem Kreditinstitut) an Ziele in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Vermeidung der Finanzierung von Kohlekraftwerken geknüpft. Das ist nicht nur die erste weltweite derartige Transaktion für die Deutsche Bank, sondern auch ein Novum in der Region. 
  • DZ Bank (August 2021): Umfrage zeigt Deutscher Mittelstand schätzt Nachhaltigkeit
    Eine von der DZ BANK im März 2021 durchgeführte Umfrage bei 1.000 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern zeigt eine positive Einstellung des deutschen Mittelstandes zum Thema Nachhaltigkeit. Es wird immer stärker nicht nur unter Kosten-, sondern auch unter Chancen-Gesichtspunkten wahrgenommen. Gleichzeitig sind aber auch große Unterschiede mit Blick auf die behandelten Nachhaltigkeitsthemen festzustellen. So wird beispielsweise Abfallmanagement und Recycling von einer großen Mehrheit systematisch betrieben, während weniger als ein Drittel der Befragten angibt, das Thema Nachhaltigkeit in den Lieferketten umfassend zu berücksichtigen. 
  • KfW Research (Juli 2021): Sustainable Finance in Kommunen: Kann der grüne Kommunalkredit das Eis brechen?
    Mit Blick auf die Finanzierung der Transformation auf kommunaler Ebene untersucht KfW Research in diesem Bericht Potenzial und Hindernisse von Sustainable Finance Instrumenten für die Kommunalfinanzierung. Da hierfür vielversprechende Instrumente wie grüne Anleihen oder grüne Kommunalkredite aufgrund (noch) unattraktiver Konditionen in Verbindung mit organisatorischem Mehraufwand noch nicht weit verbreitet sind, empfiehlt der Bericht zusätzliche Anreize sowie weitere Pilotprojekte zur Erhöhung der Marktreife grüner Instrumente der Kommunalfinanzierung. Sehr wichtig sei aber auch ein kostengünstiges und zugleich aussagekräftiges Wirkungsmonitoring in Kommunen, um die Vorteile grüner Investitionen zu belegen und zugleich Greenwashing zu verhindern. 
  • Union Investment (Juni 2021) Nachhaltigkeitsstudie 2021 – Nachhaltigkeit ist für die Mehrheit der Großanleger unverzichtbar
    Für die jüngste Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment wurden über 200 institutionelle Anleger befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bei den institutionellen Investoren in Deutschland Nachhaltigkeit als fester Bestandteil der Kapitalanlage etabliert hat. Ihr Know-how auf diesem Gebiet ist ebenso gestiegen wie ihre Zufriedenheit mit nachhaltigen Investments. Obwohl bereits 78 Prozent der Großanleger Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, erwartet die große Mehrheit ein weiterhin dynamisches Marktwachstum.

Von Partner

  • GSFC / Net Zero Banking Alliance Germany (NZBAG) (Juli 2021): Lending to a climate neutral Germany by 2045.
    Die NZBAG hat in einem Papier ihre Positionen zur Steuerung der Kreditportfolios in Einklang mit den Pariser Klimazielen zusammengefasst. Dabei schlägt das Papier verschiedene Definitionen, Mindestanforderungen, Methoden und Szenarioanalysen hinsichtlich des Themas vor und hebt die jeweiligen Vorteile der vorgeschlagenen Modelle hervor. Die NZBAG hatte sich Anfang 2021 gegründet und besteht aus sieben Banken und möchte für Unternehmen aus der Realwirtschaft einen aktiven und abgestimmten Engagement-Ansatz der deutschen Banken entwickeln. Bis Ende 2022 will das Bündnis finale Ergebnisse vorlegen, bei der auch Sektor-spezifische Klimaziele kommuniziert werden sollen. 

📅  VERANSTALTUNGEN

VfU Veranstaltungen

Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):
Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Veranstaltungen, sowie die Möglichkeit Veranstaltungen in Ihren Kalender zu importieren, finden Sie unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

VfU Partner Veranstaltungen

Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):
Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Partner Veranstaltungen, sowie die Möglichkeit Veranstaltungen in Ihren Kalender zu importieren, finden Sie unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

Veranstaltungen Dritter

Aktuelle Informationen zu kommenden Veranstaltungen Dritter finden Sie auch unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

📚 VERÖFFENTLICHUNGEN

Jüngst erschienen sind folgende relevante Veröffentlichungen, von denen Sie die meisten  – nach Registrierung/Login –  auch in der VfU Mediathek finden, bewerten, kommentieren und teilen können: 

Berichterstattung und Offenlegung

Biodiversität

  • CBD – Convention on Biological Diversity (August 2021): COP15 erneut verschoben
    Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie wird die COP15, auf der das zukünftige globale Rahmenwerk für den Schutz von Biodiversität beschlossen werden soll, bereits zum zweiten Mal verschoben. Laut einer entsprechenden Benachrichtigung durch die CBD wird die Veranstaltung nun zweigeteilt. Virtuelle Meetings werden vom 11. bis zum 15. Oktober 2021 stattfinden und Face-to-Face Meetings dann vom 25. April bis zum 8. Mai 2022. Weitere Informationen hierzu finden sich auch auf der CDB Website
  • NGFS (Juni 2021): Biodiversity and financial stability: exploring the case for action
    Im Bewusstsein, dass der Verlust von Biodiversität auch eine Bedrohung für die Finanz- und Währungsstabilität darstellt, haben die im NGFS („Network for Greening the Financial System“) versammelten Zentralbanken gemeinsam mit INSPIRE („International Network for Sustainable Financial Policy Insights, Research, and Exchange“) im April 2021 eine Studiengruppe zum Thema Biodiversität und Finanzstabilität ins Leben gerufen. Ihr nun vorgelegter erster Bericht skizziert ihre Ziele und zukünftigen Arbeitsschwerpunkten. Im Kern geht es ihr um ein besseres Verständnis der „doppelten Materialität“ im Verhältnis von Finanzsektor und Biodiversität. Auf dieser Basis will sie untersuchen, welche Rolle Zentralbanken und Aufsichtsbehörden bei der Bewältigung der Herausforderung des Biodiversitätsverlustes selbst und der damit verbundenen Wissenslücken spielen können. 
  • Calice, P.; Diaz Kalan, F.; Miguel, F. – Worldbank (August 2021): Nature-Related Financial Risks in Brazil
    Brasilien beherbergt ca. 15-20 Prozent der weltweiten biologischen Vielfalt. Diese jedoch ist in Brasilien unter anderem durch die Abholzung der Wälder und den Klimawandel bedroht. Banken können eine zentrale Rolle bei der Bewältigung und Abmilderung der Risiken und Unsicherheiten spielen, die sich aus dem nicht nachhaltigen Umgang mit der Natur ergeben. In diesem Papier der Weltbank wird untersucht, wie und in welchem Ausmaß brasilianische Banken durch ihre Kreditvergabe dem Verlust der biologischen Vielfalt ausgesetzt sind, wobei sowohl physische als auch Übergangsrisiken berücksichtigt werden. Die Ergebnisse zeigen eine sehr große Exponierung des Kreditportfolios brasilianischer Banken in Unternehmen, die von Ökosystemleistungen abhängig sind (physische Risiken), sowie in Unternehmen, die in potenziellen Schutzgebieten tätig sind und von einer Verschärfung der entsprechender Auflagen negativ betroffen wären (transitorische Risiken).

EU Taxonomie

  • Finanzwende Recherche (August 2021): Mehrheit der Gesellschaft hält Geldanlagen in Atomkraft für nicht nachhaltig
    Im Rahmen der Ausarbeitung der EU Taxonomie wird aktuell um die potenzielle Einstufung von Atomkraft als „nachhaltig“ gerungen.
    Um herauszufinden, ob ein Nachhaltigkeits-Standard für Finanzprodukte, der Atomkraft einschließt, in Deutschland glaubwürdig wäre, hat Finanzwende Recherche eine repräsentative Umfrage von über 1.000 Personen ab 18 Jahren durchgeführt, mit eindeutigem Ergebnis: 82 Prozent der Befragten würde eine Geldanlage, bei der auch in Atomkraft angelegt wird, nicht als „nachhaltig” bezeichnen. Nur 15 Prozent wären hier gegenteiliger Meinung.
    In diesem Zusammenhang auch erwähnenswert ist ein vom FNG initiierter und von vielen Finanzinstitutionen getragenen Offener Brief an die EU Kommission, der sich klar gegen eine derartige Einstufung ausspricht.

FinTech & Digitalisierung

  • t3n (August 2021): In Brasilien geht der erste „grüne“ Bitcoin-ETF an den Start
    Unter dem Ticker BITH11 bildet der Hashdex Nasdaq Bitcoin Reference Price die Performance des Nasdaq Bitcoin Reference Price Index nach. Ziel ist es, die Kohlenstoffemissionen von Bitcoin-Investitionen basierend auf den Prüfungen des deutschen Crypto Carbon Ratings Institute (CCRI) zu neutralisieren. CCRI hat eine Methodik entwickelt, um Energieverbrauch und Emissionen im Zusammenhang mit dem Mining-Prozess von Bitcoins zu berechnen bzw. zu schätzen. 

Geldanlage

  • BVI (August 2021): Fondsbranche knackt 4-Billionen-Euro-Marke
    Die deutsche Fondsbranche verwaltete zur Jahresmitte ein Vermögen von 4.086 Milliarden Euro. Aktienfonds hatten seit 2000 die höchsten Zuflüsse. Im Bereich der Publikumsfonds entfällt ein Drittel des Neugeschäfts auf nachhaltige Produkte. Aktuell entfallen laut BVI rund 10 Prozent des Fondsvermögens auf nachhaltige Produkte. 361 Milliarden Euro sind in nachhaltigen Fonds angelegt, also in Artikel-8-Fonds (Fonds mit Nachhaltigkeitsstrategie) und Artikel-9-Fonds (Impact-Fonds) gemäß EU-Offenlegungsverordnung. Davon entfallen 251 Milliarden Euro auf Publikumsfonds und 110 Milliarden Euro auf Spezialfonds. 
  • Schroder Investment Management (August 2021): Institutionelle Anleger vertrauen auf Nachhaltigkeit und steigende Renditen
    Die Schroders Institutional Investor Studie 2021 unter weltweit 750 institutionellen Anlegern (mit 26,8 Billionen US-Dollar AUM) zeigt u.a., dass die Corona-Krise Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus der Investoren gerückt hat. Zugleich verringert sich die Sorge der Investoren vor einer negativen Wertentwicklung nachhaltiger Investitionen nun schon im vierten Jahr in Folge. So äußerten 38 Prozent der befragen Institutionen Bedenken im Hinblick auf die Performance nachhaltiger Investments – ein klarer Rückgang verglichen mit 45 Prozent in 2020 und 48 Prozent in 2019.

Klimawandel und Klimarisiko/-management

  • EIB (August 2021) European firms and climate change 2020/2021 – Evidence from the EIB Investment Survey
    Die jährlich von der Europäischen Investitionsbank (EIB) durchgeführte Umfrage unter rund 13.500 Unternehmen aus der EU und dem Vereinigten Königreich sowie einer Stichprobe von US-Unternehmen erhebt Informationen über  Investitionsaktivitäten/-pläne, Finanzierungsquellen, Finanzierungsfragen sowie diesbezügliche Herausforderungen. Die Ergebnisse der jüngsten Ausgabe zeigen, dass fast die Hälfte der befragten EU-Firmen in Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels investiert, verglichen mit etwa einem Drittel der US-Firmen. 
  • Blackrock FMA & EU Kommission (August 2021): Development of tools mechanisms for the integration of ESG factors into the EU banking prudential framework and into bank’s business strategies and investment policies.
    In einer von der EU-Kommission beauftragten Studie untersucht der Vermögensverwalter Blackrock die Integration von ESG-Faktoren in das Risikomanagement, die Geschäftsstrategie und die Finanzierungsrichtlinien europäischer Banken sowie in die Prozesse der Aufsichtsbehörden. Die 270-seitige Studie bewertet die Integration von ESG-Aspekten in die genannten Bereiche  als „noch im Anfangsstadium befindlich“ und „stark auf den Faktor Klima begrenzt“. Bei den Banken wie auch bei den Aufsichtsbehörden mangelt es laut der Studie an aussagekräftigen Daten und Kennzahlen, an gemeinsamen Definitionen und an einer holistischen Herangehensweise an die Integration von verschiedenen ESG-Aspekten.  
  • EZB (Juli 2021): Climate-related risk and financial stability
    Die Europäische Zentralbank (EZB) und der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board – ESRB) veröffentlichten Anfang Juli einen gemeinsamen Bericht, der untersucht, wie sich der Klimawandel auf Unternehmen weltweit und Finanzunternehmen in der EU auswirkt. Er erstellt eine detaillierte Topologie der physischen Risiken und der Übergangsrisiken, die sich aus dem Klimawandel für Regionen, Sektoren und Unternehmen ergeben. Auch umfasst er Szenarioanalysen mit langfristigen finanziellen Risikohorizonten, um voraussichtliche finanzielle Verluste zu erfassen. Sie deuten darauf hin, dass eine rechtzeitige und geordnete makroökonomische Politik zur Bewältigung klimabezogener Risiken die Risiken für die Finanzstabilität (noch) verringern kann. 
  • EZB (August 2021): The clock is ticking for banks to manage climate and environmental risks
    Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigt in einem eigenen Blogbeitrag an, Banken unter verschärfte Aufsichtsmaßnahmen zu stellen, die die von der EZB vorgegeben Erwartungen zur Beachtung von Umwelt- und Klimarisiken nicht adäquat erfüllen. Im November 2020 hatte die EZB 13 Anforderungen zu diesem Thema an die beaufsichtigten Banken gestellt, die diese in einem ersten Schritt in einer Selbst-Beurteilung ausfüllen sollten. Nach Angaben der EZB bestehen noch erhebliche Mängel bei der Umsetzung bei einem größeren Teil der Banken.  Zugleich kündigt die EZB auch an, in Zukunft – jenseits von Klimarisiken – einen stärkeren Fokus auch auf andere Umweltthemen, wie Biodiversität und Umweltverschmutzung, zu legen. Weitere Informationen hierzu sollen noch 2021 folgen.  
  • IPCC (August 2021): Sechster IPCC-Sachstandsbericht (AR6) – Beitrag von Arbeitsgruppe I: Naturwissenschaftliche Grundlagen
    Anfang August wurde der erste Teil zum Sechsten IPCC-Sachstandsbericht veröffentlicht: der Beitrag von Arbeitsgruppe I (AR6-WGI) fasst den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels aus über 14.000 Studien zusammen. Eine zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass das angepeilte 1,5 Grad Ziel für die maximale Erwärmung des Weltklimas bereits 2030 gerissen werden könnte, mit zahlreichen negativen Konsequenzen wie einer Zunahme von Extremwetterereignissen. Der Trend ließe sich nur verlangsamen, wenn sofort gehandelt würde, um die GHG-Emissionen deutlich zu reduzieren. Eine knappe Zusammenfassung des Berichtes findet sich hier und eine ausführlichere englische Visualisierung bei Quartz
    Passend zu den eher pessimistischen Aussagen des IPCC Berichtes, erschien Anfang August auch ein Aritkel in der Zeitschrift nature climate change, der Hinweise auf eine mögliche baldige klimawandel-bedingte Abschaltung des Golfstroms findet – mit potenziell verheerenden globalen Auswirkungen, wie eine Zusammenfassung im Guardian deutlich macht. 
  • Oil Change International (August 2021): Unused Tools: How Central Banks Are Fueling the Climate Crisis
    Ein neuer Bericht von Oil Change International und einer internationalen Gruppen von Kooperationspartnern, darunter die deutsche NGO Urgewald, argumentiert, dass Zentralbanken eine entscheidende Rolle dabei spielen könnten und sollten, die Verlagerung der Finanzströme weg von fossilen Energieträgern  voranzutreiben – durch entsprechende Geldpolitik, regulatorische Maßnahmen und den Ausschluss fossiler Brennstoffe aus ihren eigenen Portfolios. Jedoch nutzten die meisten diese Instrumente nicht ausreichend und beschränkten ihre Aktivitäten in erster Linie auf Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz der Finanzmärkte. Urgewald hat hierzu auch eine eigene Publikation verfasst und mit seiner „Finance against Future“ Broschüre das Thema Kohle Divestment und Folgen der Kohleindustrie weiter aufgegriffen. 

Klima-Strategie / Net Zero

  • Pablo Berrutti (Juli 2021): We need to talk about Net Zero bullsh*t
    In einem anregendem Hintergrund-Artikel in Responsible Investor hinterfragt der Publizist und Investor Pablo Berrutti die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit verschiedener Aktivitäten – von Berichterstattung und Offenlegung über CCS (Carbon Capture and Storage) und Szenario Analysen bis hin zu Engagement und Divestment – mit Blick auf das Net Zero Ziel.

Kompensation / Zertifikate

  • The Carbon Credit Quality Initiative (August 2021): Methodology for assessing the quality of carbon credits
    Die Carbon Credit Quality Initiative, eine Projektgruppe unter Beteiligung von WWF, Environmental Defense Fund und Öko-Institut hat jüngst eine Methode zur Bewertung der Qualität von CO2 Ausgleichszertifikaten (Carbon Credits) veröffentlicht, um mehr Transparenz in den aktuell stark in der Kritik stehenden Kompensationssektor zu bringen. Ende September soll auf der Webseite der Initiative auch ein Scoring eingerichtet werden. 
  • VCMI (Juli 2021): Major global initiative to bring rigour and transparency to net zero and carbon neutral claims
    Mit der im Juli gegründeten Mulitstakholder-Plattform VCMI (Voluntary Carbon Markets Integrity Initiative) fokussiert eine weitere neue Initiative auf die Verbesserung der Integrität der freiwilligen Kohlenstoffmärkte, um sicherzustellen, dass sie eine glaubwürdige Rolle bei der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C spielen. VCMI hat dafür jüngst einen Konsultationsbericht mit dem Titel „Aligning Voluntary Carbon Markets with the 1.5˚C Paris Agreement Ambition“ veröffentlicht, und bittet hierzu um Feedback bis zum 10. September 2021.

Marketing / Vertrieb

  • BaFin (August 2021) Greenwashing verhindern
    Die BaFin hat den Entwurf einer Richtlinie für nachhaltig ausgerichtete Investmentvermögen zur Konsultation vorgestellt Die Richtlinie enthält Vorgaben dazu, wie Kapitalverwaltungsgesellschaften Publikumsinvestmentvermögen künftig ausgestalten müssen, die sie als nachhaltig bezeichnen oder als explizit nachhaltig vertreiben. Diese sollen demnach nur noch entsprechend vermarktet werden dürfen, wenn die Anlagebedingungen vorsehen, dass entweder eine Mindestinvestitionsquote in nachhaltige Vermögensgegenstände eingehalten, eine nachhaltige Anlagestrategie verfolgt oder ein nachhaltiger Index abgebildet wird. 
    Auch im Ausland wurde der Richtlinienentwurf mit Interesse wahrgenommen. So titelt Bloomberg Green (August 2021) „Germany’s Tough Green-Washing Stance Could Shape EU Fund Rules“
  • Business Insider (August 2021): Verbraucherschützer mahnen Fintech Tomorrow wegen irreführender Werbung ab
    Die Green FinTech Bank Tomorrow wurde von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wegen irreführender Werbung im Zusammenhang mit dem Kontomodell „Zero“  abgemahnt. Hintergrund ist das Versprechen von Tomorrow, das Geld seiner Kunden nur in nachhaltige Projekte zu investieren, die so ihren CO2-Fußabdruck kompensieren könnten. Demgegenüber argumentiert die Verbraucherzentrale, dass eine Kompensation des Kunden-CO2-Fußabdrucks nicht möglich sei, solange dieser im Einzelfall gar nicht bekannt sei. Mehr dazu auch hier.
    Anfang des Jahres wiesen die beiden VfU Wissenschaftsbeiräte Prof. Dr. Marco Wilkens und Prof. Dr. Christian Klein in einem Gutachten im Auftrag des vzbv bereits auf das Branchen-Problem der kaum nachweisbaren, direkte Wirkung „nachhaltiger“ Geldanlagen hin. 
  • Manager Magazin (August 2021): Greenwashing-Verdacht kostet DWS eine Milliarde Euro Börsenwert
    Die US-Börsenaufsicht SEC geht dem Vorwurf nach, die Deutsche-Bank-Tochter DWS habe falsche Angaben über nachhaltige Investments gemacht. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat offenbar Untersuchungen gestartet. Das Risiko für Finanzinstitute, die Greenwashing oder Greenwishing betreiben – bzw. dessen bezichtigt werden – wird anhand des DWS Aktienkursverlustes von 12 Prozent deutlich. Die Marktkapitalisierung sank um gut eine Milliarde Euro. Während die DWS selbst die Vorwürfe zurückweist, sehen manche, wie z.B. das Handelsblatt, darin auch eine Chance für die gesamte Branche, indem sie zur klareren Nachhaltigkeitsstandards führen könnten.

Menschenrechte & Sorgfaltspflicht

  • Handelsblatt Research Institute (Juli 2021):  Sorgfaltspflichten entlang globaler Lieferketten
    Im Auftrag des BMZ hat das Handelsblatt Research Institute die Einhaltung von Sorgfaltspflichten aus ökonomischer Sicht untersucht. Dafür wurden im Februar 2021 Unternehmensentscheider zu betriebswirtschaftlichen Kosten und Vorteilen einer nachhaltigen Beschaffung befragt. Laut der Studie sind diese Kosten geringer, als teilweise von Unternehmen in anderen Studien erwartet. Allerdings gab nur eine Minderheit der Befragten an, dass sie sich mit Nachhaltigkeitsaspekten in der Lieferkette befassen würden, weil sie bessere Finanzierungsmöglichkeiten oder niedrigere Kapitalkosten durch höhere Reputation bei Investoren oder niedrigere Risikozuschläge erwarteten. 
  • Responsible Investor (Juli 2021) Investors should be included in human rights due diligence rules, finds RI survey
    Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Verabschiedung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte durch den UN-Menschenrechtsrat hat RI eine Umfrage unter Investoren, Nichtregierungsorganisationen, Rating-Anbietern und Wissenschaftlern durchgeführt, um den Stand der Dinge in Bezug auf Investoren und Menschenrechte zu ermitteln.
    Mehr als drei Viertel der 130 Umfrage-Teilnehmer waren der Meinung, dass Investoren in diese Art von Regeln einbezogen werden sollten – und etwa zwei Drittel der Befragten gingen davon aus, dass Menschenrechte für Investoren zu einem ebenso wichtigen Thema werden würden wie der Klimawandel. 
    In einem weiteren, kostenpflichtigen Artikel von August 2021 berichtet Responsible Investor außerdem, dass die Principles for Responsible Investment (PRI) offenbar an kollektiven Engagement im Bereich der Menschenrechte, ähnlich wie Climate Action 100+ (CA100+), arbeiten. Die Menschenrechte rücken also auf der Agenda der Investoren immer weiter nach oben. 
  • United Nations Human Rights Council Responsible Investor (August 2021): Revised Draft of a „Legally Binding Instrument To Regulate, In International Human Rights Law, The Activities Of Transnational Corporations And Other Business Enterprises“
    In einem neuen Entwurf zu einem UNCHR Vertrag zu Menschenrechten und Wirtschaft werden explizit auch Finanzinstitute und Investmentfonds als relevante Wirtschaftsakteure genannt, die somit unter eine geplante Regelung fallen können. Der Vertrag soll weltweit gegen Menschenrechtsverletzungen im privaten Sektor vorgehen, indem er unter anderem die Sorgfaltspflicht und die Beschwerdemechanismen stärkt. Der Entwurf wird als Grundlage für die von den Staaten geführten Verhandlungen im Oktober dienen.
    Die Bemühungen der Vereinten Nationen spiegeln die Ziele der bevorstehenden EU-Richtlinie über nachhaltige Unternehmensführung wider, die verbindliche Sorgfaltsregeln für Menschenrechts- und Umweltfragen vorschreiben soll. Derzeit gilt die Richtlinie nur für Gesellschaften mit beschränkter Haftung, aber das Europäische Parlament möchte sie auf alle im EU-Binnenmarkt tätigen Unternehmen, einschließlich Banken und Investoren, ausweiten.

Real Estate

  • Clayton, J.; Devaney, S.; Sayce, S. and van de Wetering, J. (2021): Climate Risk and Commercial Property Values: a review and analysis of the literature
    Um Immobilienfachleute und Investoren dabei zu unterstützen, die Auswirkungen der physischen Risiken des Klimawandels auf die Werte und Preise von Gewerbeimmobilien besser zu verstehen und zu managen, beauftragte UNEP FI mehrere Wissenschaftler mit einer entsprechenden Studie. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass momentane Immobilienpreise nicht ausreichend physische Klimarisiken widerspiegeln. Dies liege unter anderem an unzureichendem Wissen und Verständnis über Auswirkungen des Klimawandels, weshalb UNEP FI eine verbesserte Offenlegung von klimabezogenen Risiken im Zusammenhang mit dem Immobilienmarkt fordert.

Sustainable Finance Strategien

  • GSG (August 2021): G7 Impact Taskforce announces membership
    Die neue, in 2021 gegründete, G7 Impact Taskforce soll die Regierungen der G7-Staaten dabei unterstützen, Lösungen für eine Erholung von der COVID-19-Krise zu finden und langfristig eine wirkungsorientierte Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Dabei soll auch nach entsprechenden Finanzierungsinstrumenten gesucht werden, die Investitionen zum Nutzen der Menschen weltweit  ermöglichen. Die Taskforce, die von der Global Steering Group for Impact Investment (GSG) und dem Impact Investing Institute koordiniert wird, hat nun ihre Mitglieder bekannt gegeben, darunter als deutscher Vertreter auch Prof. Dr. Alexander Bassen von der Universität Hamburg.

Versicherung

  • GDV (August 2021): Ver­si­che­rer machen die auf Kli­ma­schutz aus­ge­rich­tete Trans­for­ma­tion der Wirt­schaft kon­kret
    Nach Auskunft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wollen die Versicherer in Deutschland spätestens in 2025 klimaneutral arbeiten. Bis 2050 streben sie dasselbe in ihrer Kapitalanlage an. Zudem werden Versicherer langfristig keine Risiken mehr versichern, wenn ihre Kunden und Geschäftspartner keine Anstrengungen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft unternehmen. Dafür wurden sieben Thesen entwickelt, wie Versicherer gegen den Klimawandel ankämpfen.

Wasser

  • CDP (August 2021): Water Watch – CDP Water Impact Index highlights the business activities with the greatest impact on water
    Im August veröffentlichte CDP „Water Watch“, einen Water Impact Index. Der Index misst die potenziellen Auswirkungen von über 200 industriellen Aktivitäten auf die Wasserqualität und -menge. Es ist das erste Instrument, das Finanzinstituten ermöglicht, die relativen Auswirkungen verschiedener industrieller Aktivitäten auf die weltweiten Wasserressourcen zu verstehen. Somit kann es von Investoren und Finanzinstituten genutzt werden, um die potenziellen Auswirkungen ihrer Portfolios auf die Wasserressourcen und die Wassersicherheit zu bewerten.

📣 SONSTIGES

 

In eigener Sache

Zum Schluss nochmal die Bitte um Feedback und Anregungen zu unserem Newsletter sowie um Hinweise und Meldungen aus Ihren Häusern für die nächsten Newsletter – die Sie uns gerne jederzeit zusenden können, an: info@vfu.de

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