Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ 09/2021

Liebe Mitglieder und Freunde des VfU,

anbei erhalten Sie den VfU Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ für den Monat September 2021.

Er bietet Ihnen Hinweise auf aktuelle Aktivitäten und Initiativen, neue Publikationen sowie interessante Veranstaltungen im Kontext von Sustainable Finance – aus
der VfU Geschäftsstelle,
den VfU Mitgliedsunternehmen,
dem VfU Netzwerk und/oder
dem weiteren Umfeld (Politik, Aufsicht, Wissenschaft, Zivil-Gesellschaft etc.).
Wenn Sie zukünftig über unseren Newsletter entsprechende Hinweise zu den o.g. Themen mit der Community teilen wollen, senden Sie uns diese gerne zu, an: info@vfu.de.

Frühere Ausgaben unseres Newsletters finden Sie im Newsletter-Archiv.

Beste Grüße und bleiben Sie gesund,
Ihr VfU Team – Martin Hillenbrand, Henrik Ohlsen, Patrick Weltin und Sven Remer

🚀 AKTIVITÄTEN & INITIATIVEN

Aus der VfU Geschäftsstelle

  • PCAF DACHLI Anwendergruppe nimmt die Arbeit auf
    Im deutschsprachigen Wirtschaftsraum (DACHLI = Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein) organisiert der VfU gemeinsam mit PCAF einen Lernraum, in dem Finanzdienstleister Fortschritte bei der Messung und Offenlegung von Emissionen des Kerngeschäfts machen und teilen können. Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Versicherungen können sich dem gemeinsamen Lernprozess, der im August gestartet ist, anschließen. Weitere Informationen zu PCAF DACHLI finden Sie hier
  • Standardisierte Berechnung und Offenlegung von CO2-Emissionen des Kerngeschäfts gemäß PCAF wird um versicherte Emissionen ergänzt
    Die Messung und Offenlegung von Emissionen des Kerngeschäfts ist für viele Unternehmen der erste Schritt für ihre Net Zero Klimastrategien. Damit dies in einer einheitlichen, international vergleichbaren Weise passieren kann, wurde von der PCAF Initiative ein Standard für die Berechnung und Offenlegung finanzierter Emissionen aufgestellt. In den nächsten Monaten sollen nun einheitliche Berechnungslogiken für versicherte Treibhausgasemissionen möglich werden (siehe Pressemeldung) – neben bereits etablierten Methoden für Vermögensklassen wie Aktien, Anleihen, Krediten und Commercial Real Estate etc. 
  • VfU Factsheet: ESG Risiko-Monitor „Stromtrassen“
    Für die VfU Webinar-Reihe „ESG Risiko Monitor“ hat der langjährige VfU Partner Institut für Nachhaltige Kapitalanlage (NKI) ein weiteres Factsheet, diesmal zu „Stromtrassen“, erstellt. Das Factsheet, das eingeloggte VfU Mitglieder von der VfU Mediathek beziehen können, wird im Rahmen eines für VfU Mitglieder freien Webinars am 28.09.2021 vorgestellt und diskutiert.

Von den VfU Mitgliedsunternehmen

  • BNP Paribas (September 2021): Global ESG Survey 2021
    Die zum dritten Mal (nach 2017 und 2019) von BNP Paribas durchgeführte Studie bietet, basierend auf einer Umfrage unter mehr als 350 Finanzmarktakteuren, interessante Einblicke in die Entwicklung von Motivationen, Trends, Hindernissen und Aussichten im Zusammenhang mit ESG Investments. So sehen immer noch knapp 60 Prozent der Befragten die Datenqualität und deren Verfügbarkeit als ein Haupthindernis für stärkere ESG Integration. Aber im Vergleich zu 2019 haben Marken- und Reputations-Erwägungen sowie Stakeholder-Erwartungen die Investitionsrendite als wichtigste ESG-Treiber überholt. 
  • Bayerische Landesbank (September 2021): BayernLB und DKB bekennen sich zu Grundsätzen für verantwortungsvolles Banking
    Die BayernLB, engagiert sich als langjähriges Mitglied von UNEPFI (Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen) für die Integration von Umweltschutz in die Dienstleistungen des Finanzsektors. Als konsequenter nächster Schritt, schließt sie sich nun, gemeinsam mit ihrer Konzerntochter Deutsche Kreditbank AG, auch den von UNEPFI entwickelten Grundsätzen für verantwortungsvolles Banking (Principles for Responsible Banking, kurz: PRB) an. Damit verdeutlichen beide Bankhäuser ihr hohes Engagement zur Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Geschäftsstrategie. Ebenfalls im September hat die BayernLB ihre neue Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht, mit der die Bank ihre Ausrichtung auf nachhaltige Themenfelder weiter vorantreiben möchte. 

Vom VfU Wissenschaftsbeirat

  • Prof. Christian Klein (September 2021) Verkaufsschlager Nachhaltigkeit: Was der Kunde will – und was er bekommt
    Ein gutes Beispiel für die gelungene Interaktion von Sustainable Finance Wissenschaft und Praxis zeigte der VfU Wissenschaftsbeirat Prof. Christian Klein von der Universität Kassel im Rahmen eines von der Targobank für Ihre Kunden organisierten und sehr gut besuchten Webinars zum Thema Nachhaltigkeit im Finanzbereich.

📅  VERANSTALTUNGEN

VfU Veranstaltungen

Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):
Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Veranstaltungen, sowie die Möglichkeit Veranstaltungen in Ihren Kalender zu importieren, finden Sie unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage

VfU Partner Veranstaltungen

Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):
Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Partner Veranstaltungen, sowie die Möglichkeit Veranstaltungen in Ihren Kalender zu importieren, finden Sie unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

Veranstaltungen Dritter

Aktuelle Informationen zu kommenden Veranstaltungen Dritter finden Sie auch unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage.

📚 VERÖFFENTLICHUNGEN

Jüngst erschienen sind folgende relevante Veröffentlichungen, von denen Sie die meisten  – nach Registrierung/Login –  auch in der VfU Mediathek finden, bewerten, kommentieren und teilen können:

    Berichterstattung / Offenlegung

    • Audit Committee Institut e.V. (September 2021): „Zum Entwurf der EU-Kommission: Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) 
      In einer Sonderausgabe des Audit Committee Quarterly werfen zahlreiche Autoren einen Blick auf die geplante neue Regulierung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der EU. Auf knapp 100 Seiten wird das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und analysiert und enthält einige interessante Überblicksartikel über aktuelle Entwicklungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die über CSRD hinausgehen. 

    Biodiversität

    • Ceres & Finance for Biodiversity Foundation (September 2021): „Financial Institution Statement ahead of the Convention on Biological Diversity COP15
      Im Vorfeld des ersten Teils der COP15 fordern 78 Investoren in einem gemeinsamen Statement eine ambitionierte Biodiversitätskonvention. Dabei geht es den Unterzeichnern, neben der Reduzierung von schädlichen Subventionen und der Entwicklung von nationalen Aktionsplänen, insbesondere um konkrete Ziele und Szenarien für die Finanz-/Wirtschaft, damit diese zur Erreichung der übergeordneten Ziele beitragen kann. 
    • PIK & IPBES (August 2021): „Biodiversitäts- und Klimakrise zusammen angehen: Erster gemeinsamer Bericht von IPCC und IPBES mit PIK-Beitrag
      Erstmals haben sich der Weltklimarat (IPCC) und der Weltrat für biologische Vielfalt (IPBES), zwei führende UN-Wissenschaftsorganisationen, zusammengetan um das Zusammenspiel von Klimawandel und Biodiversitätsverlust zu untersuchen. Ein zentrales Ergebnis: die bisherige Politik hat den Verlust der biologischen Vielfalt und den Klimawandel weitgehend unabhängig voneinander angegangen ist, obwohl sie eigentlich miteinander verwoben sind. Keines der beiden Probleme wird erfolgreich gelöst werden können, wenn nicht beide gemeinsam angegangen werden. Die Berücksichtigung der Synergien zwischen beiden Themenfeldern unter Berücksichtigung ihrer sozialen Auswirkungen bietet jedoch die Möglichkeit, den Nutzen zu maximieren und die globalen Entwicklungsziele zu erreichen. 
    • World Bank Group (August 2021): „Nature-Related Financial Risks in Brazil
      Der Verlust der biologischen Vielfalt und die damit verbundenen wirtschaftlichen Kosten werden zunehmend als Quelle für finanzielle Risiken erkannt. In diesem Papier wird untersucht, wie und in welchem Umfang brasilianische Banken durch ihre Kreditvergabe an Nicht-Finanzunternehmen dem Verlust der biologischen Vielfalt ausgesetzt sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Risiken erheblich sind. Die Ergebnisse könnten wichtige politische Auswirkungen sowohl für die brasilianischen Banken als auch für die Banco Central do Brasil haben. 
    • WWF (Juli 2021): „Nature’s next stewards: Why central bankers need to take action on biodiversity risk
      Dieser neuer Bericht von WWF mit Beiträgen von I4CE, F4B, ECOFACT, CEP und IUCN unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden auf das Risiko eines noch nie da gewesenen Naturverlustes reagieren müssen.
      Da der Verlust der biologischen Vielfalt nicht nur klimabedingte Risiken verschärft, sondern selbst eine globale Krise darstellt, warnt der Bericht, dass die derzeitige Praxis der Zentralbanken, klimabedingte Risiken und Auswirkungen nur in die bestehenden Mandate zu integrieren und Risiken aus dem Verlust der Natur nicht einzubeziehen, nicht ausreicht, um ein nachhaltiges Finanzsystem zu gewährleisten. 

    Firmenkundengeschäft

    • Banking Hub / zeb (September 2021): „Nachhaltigkeit im Firmenkundengeschäft
      In diesem Artikel argumentieren zwei Autoren  der Beratungsgesellschaft zeb, dass sich – im Zuge einer insgesamt stärkeren Nachhaltigkeitsorientierung von Finanzdienstleistern – insbesondere das Firmenkundengeschäft in den kommenden Jahren fundamental verändern wird. Insofern sei es für Verantwortliche im Firmenkundengeschäft „unabdingbar, die eigene Handlungsagenda zeitnah auf den Prüfstand zu stellen und eine eigene Ambition zu definieren“. In diesem Kontext skizzieren die Autoren in ihrem Artikel Antworten auf drei Kernfragen: 1) warum ist ESG im Firmenkundengeschäft relevant, 2) was ist im Firmenkundengeschäft zu tun und 3) wie kann ein ESG-fokussierter Antritt aussehen?

    Impact Investing / Wirkungsorientierte Geldanlage

    • Environmental Finance (September 2021):  „IMPACT Awards 2021
      Die Popularität von Impact-Investing nimmt zweifellos stark zu – wobei noch viel Unklarheit besteht, sowohl bzgl. der Definition des Impact-Begriffes (s. nächster Artikel unten) als auch bzgl. der geeigneten Ansätze und Methoden. In dieser Situation kann die Übersicht über die Gewinner des diesjährigen Impact Award von Environmental Finance, die auch eine kurze Beschreibung der jeweiligen Aktivitäten der Gewinner umfasst, vielleicht einen nützlichen Eindruck von dem geben, was aktuell im Kontext von Impact-Investing als Best-Practice verstanden wird. 
    • FNG (September 2021): „FNG Spezial: Impact – Strategisches Zukunftsthema für den Markt Nachhaltiger Geldanlagen
      Die Frage nach dem Impact, bzw. der Wirkung, von Geldanlagen – in Form ihrer direkten und indirekten positiven und/oder negativen Einflüsse  auf Umwelt und Gesellschaft – spielt eine zunehmend wichtige und durchaus auch kritisch diskutierte Rolle. Dr. Helge Wulsdorf und Florian Sommer, Vorstände des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), fassen den Themenkomplex in diesem FNG Spezial gut strukturiert zusammen. Dabei weisen sie explizit darauf hin, dass – weil jedes Investment natürlich einen irgendwie gearteten Impact hat – der Impact Begriff inhaltlich geschärft werden muss, um zu verhindern „der Beliebigkeit anheimzufallen“ und ein ähnliches „Schicksal zu erleiden wie der Nachhaltigkeitsbegriff“. Ohne weitere Definitionen bestünde die Gefahr von Green- beziehungsweise Impact-Washing, ob bewusst oder unbewusst.

    Klima-Risiko/-Management

    • EBA (Juni 2021): „EBA Report on management and supervision of ESG risks for credit institutions and investment firms EBA/REP/2021/18
      Entsprechend ihres Mandates, hat die EBA ihren „Bericht über das Management und die Überwachung von ESG-Risiken für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen“ veröffentlicht. Er fokussiert auf die Widerstandsfähigkeit der Institute gegenüber den potenziellen finanziellen Auswirkungen von ESG-Risiken, v.a. mit Blick auf den Klimawandel, über verschiedene Zeithorizonte. Dafür enthält er gemeinsame Definitionen von ESG-Risiken und Bewertungsmethoden, die für ein effektives Risikomanagement erforderlich sind.
      Die EBA empfiehlt die Einbeziehung von ESG-Risiken im Zusammenhang mit Strategien und Zielen, Governance-Strukturen und Risikomanagement. Außerdem wird empfohlen, den Zeithorizont für die strategische Planung auf bis zu 10 Jahre auszudehnen.
      Dieser Bericht sollte in Verbindung mit den Veröffentlichungen der EBA und der ESA im Rahmen der Eigenkapitalverordnung (CRR), der Taxonomie-Verordnung und der Verordnung über die Offenlegung nachhaltiger Finanzierungen (SFDR) betrachtet werden, die wichtige Kennzahlen zur Unterstützung von Strategien und Risikomanagement liefern. Die EBA wird im Laufe des Jahres die Offenlegungsanforderungen der Säule 3 für ESG-Risiken, Übergangsrisiken und physische Risiken, wie in diesem Bericht definiert, veröffentlichen. 
    • EZB (September 2021): „Occasional Paper Series ECB economy-wide climate stress test –  Methodology and results 
      Dieses Papier beschreibt den Klima-Stresstest der EZB, der entwickelt wurde, um die Widerstandsfähigkeit von nicht-finanziellen Unternehmen (NFCs) und Banken des Euroraums gegenüber Klimarisiken, unter verschiedenen Annahmen hinsichtlich der künftigen Klimapolitik, zu bewerten.
      Die Ergebnisse zeigen, dass ein frühzeitiges Handeln klare Vorteile mit sich bringt: Die kurzfristigen Kosten des Übergangs verblassen im Vergleich zu den Kosten eines ungebremsten Klimawandels auf mittlere bis lange Sicht.
      Darüber hinaus bringt die frühzeitige Verabschiedung von Maßnahmen zur Förderung des Übergangs zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft auch Vorteile in Bezug auf Investitionen in und die Einführung von effizientere Technologien.
      Die Ergebnisse zeigen weiterhin, dass physische Risiken langfristig stärker ins Gewicht fallen würde als Übergangsrisiken.
      Schließlich deuten die Ergebnisse an, dass die Auswirkungen für Unternehmen und Banken, die am stärksten von Klimarisiken betroffen sind, potenziell sehr erheblich wären. Der Klimawandel kann somit systemische Risiken verursachen, vor allem für Banken mit Portfolios, die sich auf bestimmte Wirtschaftssektoren und bestimmte geografische Gebiete konzentrieren. 
    • Reclaim Finance (September 2021):  „Drill, Baby, Drill – How banks, investors and insurers are driving oil and gas expansion in the Arctic
      Ein Bericht der NGO Reclaim Finance zu Finanzierung von Öl- und Gas-Projekten in der Arktis bemängelt die (mangelnden) Richtlinien von weltweit tätigen Banken und Versicherungen mit Blick auf die Expansionspläne vieler Öl- und Gasfirmen in der Arktis. Laut dem Bericht seien USD 272 Mrd. in Unternehmen investiert, die Projekte zur Förderung von fossilen Brennstoffen in der Arktis entwickeln – und dadurch zur dortigen Umwelt- und Klimakrise beitragen. Deshalb fordert Reclaim Finance Finanzinstitute dazu auf, alle Formen der Projektfinanzierung, Deckung und Investitionen im gesamten arktischen AMAP-Gebiet – sowie die Unterstützung für Firmen, die diesbezügliche Expansionspläne haben – zu beenden. Außerdem sollten Ausschlusskriterien etabliert werden bzgl. der Öl- und Gasexpansion im AMAP-Gebiet, sowohl Offshore, Onshore, Upstream und Midstream. 
    • The Institutional Investor Group on Climate Change (IIGCC) (September 2021): „Building Resilience to a Changing Climate: Investor Expecations of Companies on Physical Climate Risk and Oppurtunities
      Die 330 Investoren starke Organisation IIGCC hat in einem Bericht Erwartungen an Unternehmen formuliert, wie diese mit physischen Risiken, die aus dem Klimawandel herrühren, umgehen sollten. Das Papier enthält eine Übersicht zum Zusammenhang von Klimawandel und damit verbundenen Wetterereignissen oder Ähnlichem und konkreten physischen Risiken für Unternehmen und konkrete Empfehlungen, was Investoren bei der Analyse oder im Gespräch mit Unternehmen berücksichtigen sollten. 
    • Umweltbundesamt (Juli 2021): „Carbon Bubble – Analyses, economic risks, measures and instruments 
      Die vorliegende Studie – im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt von einem Konsortium bestehend aus: Allianz Climate Solution, Germanwatch, Global Climate Forum, Oxford Universität, Navigant, Triple A Risk Finance und Universität Zürich – bewertet die transitorischen Kohlenstoffrisiken in der deutschen Wirtschaft, entwickelt einen Carbon Stresstest für deutsche Finanzinstitute und empfiehlt regulatorische Instrumente zur Reduktion von Kohlenstoffrisiken im Finanzmarkt. Das Ergebnis soll der deutschen Regierung bei der Identifikation, Bewertung und Reduktion des Risikos einer „Carbon Bubble“ in Deutschland helfen. Außerdem soll es deutsche Finanzinstitute bei der Bewertung von Kohlenstoffrisiken individueller Finanzportfolios unterstützen.

    Lebensmittel

    • Finance for Biodiversity Initiative (F4B) & Food System Economics Commission (FSEC) (September 2021): „Making Finance Work for Food: Financing the Transition to a Sustainable Food System“ 
      Mit Blick auf den kürzlich stattgefundenen UN Food Systems Summit argumentiert dieser Bericht von F4B und FSEC, dass das globale Finanzwesen umgestaltet werden muss, um einen raschen, fairen und sicheren Übergang des derzeitigen nicht nachhaltigen Lebensmittelsystems zu gewährleisten. Das heutige Lebensmittelsystem sei zunehmend finanzialisiert und von der Logik der privaten Finanzwirtschaft geprägt. Privates Kapital sei für die Finanzierung des Wandels unverzichtbar, aber ungerichtet könne es negative Auswirkungen auf das Lebensmittelsystem verstärken. Der Bericht skizziert verschiedene Hebel, die dazu beitragen könnten, das globale Finanzwesen auf den Übergang zu einem integrativen, gesunden und nachhaltigen Lebensmittelsystem auszurichten. 
    • Triodos (September 2021): „Investing in resilient and inclusive food systems 
      Mit Blick auf die im vorangegangenen Artikel skizzierte wichtige Rolle des Finanzsektors für eine nachhaltig orientierte Lebensmittelherstellung, liefert der Triodos Food Transition Europe Fund ein interessantes Beispiel dafür, wie  privates Beteiligungs- und Risikokapital für innovative europäische Unternehmen bereitgestellt werden kann, die die Art und Weise verändern, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren. Die langfristige Perspektive und der umfassende Investitionsansatz sollen wettbewerbsfähige finanzielle Renditen generieren, während gleichzeitig positive soziale und ökologische Auswirkungen auf die Lebensmittelsysteme im Laufe der Zeit im Vordergrund stehen.

    Menschenrechte

    • Independent Anti-Slavery Commissioner (September 2021): „The role of the financial sector in eradicating modern slavery: CEOs respond to the Independent Anti-Slavery Commissioner
      Der Modern Slavery Act in U.K., mehr oder weniger die Entsprechung des Lieferkettengesetzes in Deutschland, bezieht bisher nicht explizit die Kredit- und Investitionsportfolien von Finanzinstituten mit ein. Dies zu ändern steht gesetzlich noch im Raum. Eine unabhängige Kommission fordert nun in dem vorliegenden Bericht Finanzinstitute auf, freiwillige Standards und Vorgehensweisen zur Berücksichtigung von Menschenrechten und Vermeidung moderner Sklaverei zu etablieren und nennt konkrete Empfehlungen zur Umsetzung. 
    • SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene (September 2021): „Mindeststandard Menschenrechte – Anforderungen an Investoren
      Vor dem Hintergrund der Verabschiedung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes hat Südwind ein Policy Paper zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht von Investoren veröffentlicht. In dem Paper fordert die NGO die Ausformulierung von Mindestanforderungen für Engagement sowie die Stärkung der BaFin als Kontrollorgan. Außerdem werden auch das geplante EU Gesetz zu menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht im Vergleich zum deutschen Gesetz und weiteren Due Diligence Ansätzen vor dem Hintergrund von Menschrechtsaspekten in Finanzdienstleistungen analysiert und diskutiert. Die Pressemitteilung zum Artikel finden Sie hier.

    Netto-Null / Net-Zero Strategien

    • BMK (September 2021): „Green Finance Alliance
      Das österreichische Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität und Innovation (BMK) hat am 15. September die offizielle Ausschreibungsphase der Green Finance Alliance gestartet, deren Launch für das zweite Quartal 2022 geplant ist. Die Initiative soll zu einem Aushängeschild für Klima-verantwortliches Handeln für die Finanzbranche in Österreich werden. Die teilnehmenden Mitglieder verpflichten sich freiwillig zur Ausrichtung ihrer Portfolios am Pariser Klimaziel sowie weiterer Maßnahmen zum Klimaschutz, v.a. im Rahmen des Kerngeschäfts, aber auch im Geschäftsbetrieb. 
    • Environmental Finance (September 2021): „Winners of the 2021 Voluntary Carbon Market Awards revealed
      Für viele Netto-Null-Strategien spielen freiwillige CO2-Märkte eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang bietet die Liste der Gewinner der Environmental Finance’s Voluntary Carbon Market Awards 2021 mögliche Hinweise auf Best Practices. Mit den jährlich verliehenen Preisen soll die Arbeit von Spezialisten für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt gewürdigt und belohnt werden, um bewährte Verfahren und Vordenker in der Welt des Kohlenstoffausgleichs hervorzuheben. 
    • KfW (September 2021): „CCUS-Technologien: Ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz?
      CCUS Technologien, d.h. die Abscheidung von Kohlendioxid aus Produktionsprozessen und der Umgebung sowie seine Nutzung und Speicherung, spielen in vielen Netto-Null-/ Dekarbonisierungs-Strategien eine wichtige Rolle. In dieser Kurzübersicht werden Ansätze, Potenzial, Herausforderungen und Rahmenbedingungen der CCUS Technologie skizziert.
      VfU Mitglieder finden weitere Informationen zu diesem Thema auch in einem ESG Risiko Monitor zu CCUS in der VfU Mediathek (nach login). 
    • McKinsey (September 2021): „Net-Zero Deutschland
      Diese McKinsey Studie argumentiert, dass Deutschland das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu gesamtgesellschaftlichen Netto-Null-Kosten erreichen kann. Die Einsparungen durch Klimaschutz bis 2045 könnten die Kosten der Dekarbonisierung ausgleichen. Voraussetzungen dafür sei der konsequente Umstieg auf grüne Technologien. Die für die Klimawende benötigten Investitionen beliefen sich auf jährlich rund 240 Mrd. Euro bis 2045. In diesem Zusammenhang spiele der Bankensektor eine zentrale Rolleweil er die Finanzierung der Netto-Null-Transformation über den Aufbau eines grünen Portfolios unterstützen kann. Das erfordere den Ausbau grüner Finanzinstrumente, wie z.B. ESG-abhängige Finanzierungen, ESG-konformes Asset Management oder die Einführung neuer Instrumente wie freiwilliger CO2-Märkte. 
    • Net Zero Banking Alliance Germany (Juli 2021): „Lending to a climate neutral Germany by 2045
      Die sieben Banken umfassende Net-Zero Banking Alliance Germany (NZBAG) hatte sich Anfang 2021 im Rahmen des GSFC gegründet. Sie möchte einen aktiven Net-Zero Engagement-Ansatz der deutschen Banken gegenüber Unternehmen aus der Realwirtschaft entwickeln. Bis Ende 2022 will sie finale Ergebnisse vorlegen, bei der auch Sektor-spezifische Klimaziele kommuniziert werden sollen.
      In einem Diskussionspapier hat die Allianz nun ihre Positionen zur Steuerung der Kreditportfolios in Einklang mit den Pariser Klimazielen zusammengefasst. In diesem Zusammenhang schlägt sie verschiedene Definitionen, Mindestanforderungen, Methoden und Szenarioanalysen vor. 
    • ShareAction (August 2021): „Countdown to COP26: An analysis of the climate and biodiversity practices of Europe’s largest banks“ 
      Mit dem Ziel im Vorfeld der COP26 ehrgeizigere Klima- und Biodiversitätsverpflichtungen des Bankensektors zu fördern, beschreibt dieser Bericht aus Sicht der NGO ShareAction, wie die 25 größten europäischen Banken fünf kritische Themen im Zusammenhang mit dem Klima und der biologischen Vielfalt angehen: 1) Netto-Null-Ziele und Anpassung, 2) Offenlegung des hohen Kohlenstoffausstoßes, 3) Sektorpolitik (fossile Brennstoffe, Schifffahrt, Biomasse), 4) Biologische Vielfalt und 5) Vergütung von Führungskräften.
      Die Analyse jedes dieser Themen umfasst eine Vergleichstabelle, eine Checkliste für führende Praktiken, Fallstudien zu führenden Praktiken und die nächsten Schritte.  Während einige Banken nach Ansicht von ShareAction in bestimmten Bereichen eine Führungsrolle einnehmen, kommt die NGO zu dem Schluss, dass keine der untersuchten Banken in allen wichtigen Bereichen Maßnahmen ergriffen hat. Sie interpretiert die Ergebnisse so, dass sie Zweifel an den Nachhaltigkeits-Bekenntnissen der Banken nährten. 
    • Swiss Bankers Association (SBA) und Boston Consulting Group (BCG) (August 2021): „Sustainable finance Investment and financing needed for Switzerland to reach net zero by 2050
      Diese gemeinsame Publikation von SBA und BCG  zeigt, dass der Übergang der Schweiz zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bis 2050 Gesamtinvestitionen in Höhe von gut 387 Mrd. CHF erfordern wird. Das traditionelle Angebot der Schweizer Banken kann den größten Teil (83 Prozent) des Anlagebedarfs von ca. 12,9 Mrd. CHF pro Jahr decken. Zusätzlich zu den 10,7 Mrd. CHF an Bankkrediten könnten weitere 1,0 Mrd. CHF (8 Prozent) über den Schweizer Kapitalmarkt finanziert werden. Die für die Klimawende benötigten Bankkredite würden somit 10,8 Prozent der jährlich von Schweizer Banken vergebenen Hypotheken und Geschäftskredite von 99 Mrd. CHF ausmachen. Dies schafft einerseits neue Geschäftsmöglichkeiten für die Banken. Andererseits muss die Finanzindustrie die logistischen Herausforderungen bewältigen, die sich aus dem beträchtlichen Volumen und der Vielfalt dieser Kredite ergeben. 
    • World Ressource Institute (Juli 2021): „Banking Beyond Climate Commitments: Transforming Client Engagement and Products & Services for a Net-Zero Emissions Future
      Dieses Arbeitspapier des World Ressource Institute beleuchtet die Frage, wie Privatsektor-Banken, die sich zur Umstellung ihres Geschäftsmodells auf Netto-Null-Emissionen verpflichtet haben, ihre Kundenbindungsstrategie ändern und ihr Angebot aktualisieren kann. Von solchen Banken bereits ergriffenen Maßnahmen werden analysiert und zusätzliche Schritte aufgezeigt, wie sie ihr Geschäftsmodell mit dem Pariser Abkommen in Einklang bringen können und ihre Kunden so unterstützen können, dass eine Netto-Null-Umstellung gefördert wird.

    Sustainable Finance

    • ESMA (September 2021): TRV – Report on Trends, Risks and Vulnerabilities 02/2021
      Der halbjährliche ESMA Bericht über Finanzmarkt-Trends, -Risiken und -Schwachstellen (TRV) umfasst auch interessante Beobachtungen zu „Sustainable Finance“ Markt-Trends allgemein sowie eine Analyse speziell zu grünen Anleihen.
      Zusammengefasst zeigt der Bericht, dass nachhaltige Finanzierungen in Europa weiterhin auf dem Vormarsch sind, mit 20 Prozent Wachstum der Assets von ESG Fonds und 40 Prozent Anstieg in ausstehenden nachhaltigen Anleihen-Instrumenten. Zuflüsse in ESG Fonds haben sich erneut beschleunigt, wobei Impact- und Umweltfonds die am schnellsten wachsenden Strategien sind.
      Ebenfalls zu beobachten sei eine Zunahme der Netto-Null-Emissions-Ankündigungen von Unternehmen, jedoch fehle es häufig an Konsistenz und Details.
      Bemerkenswert ist weiterhin, dass ESG-Aktienbenchmarks eine gemischte Performance im Vergleich zu Nicht-ESG-Indizes lieferten. Gleichzeitig ist die Aktienbewertung von „grünen“ Unternehmen innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen, obwohl die Eigenkapitalrenditen mit denen von „braunen“ Unternehmen vergleichbar sind.
      Nach Einschätzung der ESMS können FinTech-Innovationen das Thema Nachhaltigkeit am Finanzmarkt unterstützen, indem sie ESG-Informationslücken zu schließen helfen. Allerdings steigen die Umweltkosten einer bestimmten Innovation – Kryptowährungen –  rasant an.
      Mit Blick auf den Markt für ESG-Anleihen schließlich wird festgestellt, dass zwar Emission von Sozialanleihen zunehmen, Grüne Anleihen aber eindeutig dominieren. Dabei wird positiv bemerkt, dass Emittenten grüner Anleihen, sehr viel häufiger ihre Emissionsdaten offenlegen und ihre Kohlenstoffintensität stärker reduzieren als andere Unternehmen. Dies bestätige die Ansicht, dass grüne Anleihen als Signal für das klimarelevante Engagement der Unternehmen dienen. Die Liquidität grüner Anleihen scheint nur geringfügig knapper zu sein als die konventioneller Anleihen, aber weitgehend konstant und scheinbar nicht besonders anfällig für Ereignisse wie die COVID Pandemie. 
    • European Court of Auditors (ECA) (September 2021): „Sustainable finance: More consistent EU action needed to redirect finance towards sustainable investment
      Drei Jahre nach dem EU-Aktionsplan zu Sustainable Finance hat der Europäische Rechnungshof in Form eines über 70 Seiten starken Audit-Berichtes Bilanz gezogen und die getroffenen Maßnahmen auf Ihre Wirksamkeit auf das gesteckte Ziel, der Umlenkung der Kapitalströme, untersucht. Außerdem nimmt der Bericht den EU-Haushalt, EU-eigene Finanzinstitute wie die EIB und den Zeitplan in den Fokus und gibt Verbesserungsvorschläge, die in künftige Maßnahmen einfließen können.    
    • WWF & Finanzwende (September 2021): „Wie es mit Sustainable Finance vorangehen kann 
      Die Organisationen WWF Deutschland und Finanzwende, haben bei der Kanzlei  Becker, Büttner, Held ein Gutachten darüber in Auftrag gegeben, wie die Politik Sustainable Finance – Bezug nehmend auf die Empfehlungen des Sustainable Finance Beirates der Deutschen Bundesregierung – ganz konkret voranbringen kann, z.B. durch ambitionierte Gesetze nach der Bundestagswahl. Dafür fokussiert das Gutachten auf drei zentrale Regulierungsbereiche, für die es die noch abstrakten Empfehlungen des Beirats in zielgenaue Eckpunkte übersetzt:
      1) Transparenz in der Unternehmensberichterstattung
      2) Vorbildfunktion der öffentlichen Hand als Finanzmarktakteur und Gemeinwohlauftrag von Sparkassen und der Förderbank KfW
      3) Den Gebäudesektor als zentralen Bereich der Dekarbonisierung und Beispiel für die technische Umsetzung.
      Eine Zusammenfassung findet sich auch in einem Begleitpapier von WWF und Finanzwende. 

    Vergütung

    • EBA (Juli 2021): „Final report on Guidelines on sound remuneration policies under Directive 2013/36/EU
      Die von der EBA in 2015 veröffentlichten Leitlinien zur Vergütungspolitik wurden jüngst aktualisiert, um die durch die Richtlinie 2019/878/EU eingeführten Änderungen an der CRD zu berücksichtigen. Ab dem 31.12.2021 werden Banken bei der Vergütung ihrer Beschäftigten auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen müssen. So heisst es in der Handreichung: „Die Vergütungspolitik des Instituts für alle Mitarbeiter sollte mit den Zielen der Geschäfts- und Risikostrategie des Instituts, einschließlich der risikobezogenen Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) … im Einklang stehen und nicht zur übermäßigen Übernahme von Risiken ermutigen“.
      In diesem Zusammenhang auch lesenswert ist ein Artikel in Bloomberg, der beschreibt, dass an ESG-Kriterien gekoppelte Boni für Banker in Europa auf dem Vormarsch sind

    Versicherung

    • EU Kommission (September 2021): „Entwurf zur Anpassung von Solvency II
      Am 22. September 2021 stellte die EU Kommission ihre lang erwarteten Vorschläge für eine Überarbeitung der europäischen Versicherungsregeln Solvency II vor. Dabei handelt es sich um die bisher größte Anpassung des 2016 in Kraft getretenen Rahmenwerks. Bereits vorher hatte die europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA, mandatiert von der Kommission, ihre Empfehlungen in Form von zwei „Meinungen“ in 2019 und 2020 veröffentlicht.
      Das nun von der Kommission vorgelegte Paket umfasst eine Änderung der Solvency-II-Richtlinie sowie den Entwurf für eine neue Richtlinie zur Abwicklung von Versicherungen.
      Wichtige Teile des Versicherungsrahmenwerks sind in delegierten Rechtsakten festgelegt, die noch angepasst werden sollen, bislang aber nur skizziert werden.
      Der Vorschlag führt mehrere neue Elemente in das Rahmenwerk ein. U.a. sollen Versicherer Klimarisiken künftig in ihrem internen Risikomanagement mittels Szenariorechnungen untersuchen.
      Außerdem wird die EIOPA beauftragt, bis 2023 mögliche Anpassungen der Kapitalanforderungen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsrisiken vorzuschlagen.
      Der Vorschlag der Kommission steht nun im EU-Parlament und im Rat zur Diskussion.
      Erste externe Stellungnahmen zeigen, dass der Entwurf kontrovers diskutiert wird. So argumentiert Sven Giegold von den Grünen im Europa-Parlament u.a., dass die EU-Kommission bei den Nachhaltigkeitsrisiken hinter ihren eigenen Ankündigungen aus der Sustainable-Finance-Strategie und den Standards im Bankenbereich zurück bliebe. Demgegenüber meint der GDV, dass der Entwurf zwar mehr Klimaschutz, mehr Nachhaltigkeit und einen Beitrag der Versicherer für den Green Deal ermöglichte, aber eine  Vorzugsbehandlung für grüne Investments aus Sicht der Finanzstabilität nicht zielführend sei. Solvency II müsse risikobasiert bleiben. 
    • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (September 2021): „Nachhaltigkeit und Versicherung: Was denkt die Bevölkerung?
      Die Nachfrage von Verbrauchern nach nachhaltigen Versicherungsprodukten steigt nach Angaben einer repräsentativen Allensbach-Umfrage. Etwa die Hälfte der Befragten sind an einer nachhaltigen Versicherung interessiert, nur jeder Dritte allerdings weiß überhaupt von deren Existenz und nur vier Prozent der Deutschen haben eine Versicherung mit ökologischem Schwerpunkt. Zur Mitteilung des GDV.

    Vertrieb

    • Greenpeace Schweiz (September 2021): „Klima-Mystery-Shopping
      bei Schweizer Banken
      “ 

      Greenpeace Schweiz führte mithilfe von Greenpeace-Aktivist:innen ein Mystery Shopping durch, um herauszufinden, wie gut Schweizer Banken ihre Kundinnen und Kunden in Bezug auf nachhaltige Kapitalanlagenberaten. Das Fazit aus Sicht von Greenpeace: Den Testerinnen und Testern wurden Anlageprodukte als klimaverträglich empfohlen, die in keiner Weise mit dem Pariser Klimaabkommen kompatibel seien. Insgesamt sei die Beratungsqualität zu nachhaltigen Kapitalanlagen mangelhaft. Diese Ergebnisse seien ein weiterer Beweis dafür, dass der Schweizer Finanzplatz mit „Sustainable Finance“ Greenwashing betreibe.

    Wasser-Risiken

    • Walker, Th., Gramlich, D., Vico, K., Dumont-Bergeron, A. (Hrsg.) (September 2021): „Water Risk and Its Impact on the Financial Markets and Society – New Developments in Risk Assessment and Management
      Dieser Sammelband beleuchtet das zunehmend als sehr bedeutsam erkannte Thema Wasserrisiken, welche sich angesichts des Klimawandels, des Bevölkerungswachstums und der raschen wirtschaftlichen Entwicklung verschärfen.
      Diese Risiken richtig zu erkennen, zu messen und zu managen sowie die damit verbundene Risikominderung zu nutzen, ist für das künftige Wohlergehen von Unternehmen in verschiedenen Branchen, von Investoren, die in diese Unternehmen investieren, von staatlichen Akteuren und letztlich von unserer Gesellschaft als Ganzes von entscheidender Bedeutung. 
      Dafür befasst sich der Band mit den Mess- und Modellierungsherausforderungen, die mit der Knappheit oder dem Überfluss von Wasser und deren Interaktion mit Finanzen und Gesellschaft verbunden sind. Insbesondere werden Ansätze zur Bewertung und Operationalisierung von Wasserrisiken erforscht, die Anfälligkeit von Institutionen und Märkten untersucht und Strategien zur Risikominderung erörtert. 

    Wealth Management

    • Vereinigung Schweizerischer Asset- und Wealth-Management-Banken (VAV) (September 2021): „Sustainable Finance as an opportunity for Wealth Management Banks
      Die 23 Mitglieder der Vereinigung Schweizerischer Assetmanagement und Vermögensverwaltungsbanken (VAV)  haben, im Rahmen einer Brancheninitiative, 16 Handlungsprioritäten definiert, um sich gegen den Klimawandel zu engagieren und einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens zu leisten. Die Maßnahmen, die regelmäßig überprüft und kontinuierlich weiterentwickelt werden, umfassen die Bereiche Transparenz und Offenlegung, Anlagelösungen und Ausbildung sowie die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Eine deutsche Pressemitteilung zu dieser Initiative finden Sie hier.

    📣 SONSTIGES

    Buchempfehlung

    Unter dem Titel „Nachhaltige Finanzwirtschaft” hat Autor Christian Glaser aufgeschrieben, wie eben diese, also die nachhaltige Finanzwirtschaft, praxisnah umgesetzt werden kann und welche Chancen und Risiken für Banken und Sparkassen in dem Thema stecken.
    Link zum Buch auf Amazon.de, Rezension zum Buch von Der-Bank-Blog

    In eigener Sache

    Zum Schluss nochmal die Bitte um Feedback und Anregungen zu unserem Newsletter sowie um Hinweise und Meldungen aus Ihren Häusern für die nächsten Newsletter – die Sie uns gerne jederzeit zusenden können, an: info@vfu.de

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