VfU Kennzahlen FAQ

Der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V. (VfU) hat mit den VfU Kennzahlen einen Standard für die Bilanzierung von Umweltkennzahlen bei Finanzdienstleistern entwickelt, der international verbreitet ist. Diesen Bilanzierungsgrundsätzen ist das vorliegende VfU Kennzahlen Berechnungstool zur Berechnung betriebsökologischer Kennzahlen in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall, Papier, Mobilität und THG-Emissionen zur Seite gestellt. Dieses Tool ist hervorgegangen aus einem interdisziplinären Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen Finanzinstituten.

Die „VfU Kennzahlen“, und das zugehörige Berechnungstool sind ein weltweit anerkannter Standard für die Bilanzierung der betrieblichen Umweltkennzahlen bei Finanzinstituten und damit ein wichtiger Baustein im Umweltmanagement seiner über 500 Anwender aus dem Finanzdienstleistungssektor und darüber hinaus.

Quelle: WRI and WBCSD (2011). Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard

F.A.Q.

Im Folgenden werden häufig gestellte Fragen beantwortet.

Allgemein & Stammdaten

Was genau ist mit „Systemgrenzen“ gemeint?
Die Systemgrenze ist das, was Sie definieren. Überlegen Sie sich genau, was innerhalb ihrer Systemgrenzen ist und was nicht, also was Sie in der Umweltbilanz berücksichtigen möchten und was nicht. Es gibt auf diese Frage keine allgemein-gültige Antwort.
Wenn ich Daten weg lasse oder wenn Daten fehlen wird meine Bilanz scheinbar besser. Ist das zulässig?

Wenn Sie eine Umweltbilanz nach dem VfU Kennzahlen System erstellen möchten, müssen Sie alle vorhandenen Stoffströme erfassen.
Falls Sie die Daten noch nicht erheben, dann treffen Sie eine Abschätzung. Für jeden der Datenpunkte in der VfU Kennzahlen Systematik können Sie in der Regel auch eine grobe Abschätzung treffen. Für das Abfallaufkommen, z.B. die Kosten für die Abfallentsorgung und / oder die Häufigkeit der Anfallenden Abfall-Container Leerungen. Im Zweifelsfall müssen Sie, bei unklarer Datenlage, vom Worst-Case-Szenario ausgehen. Das wäre z.B. beim Abfall Beispiel, dass Sie davon ausgehen, dass alle Container die geleert werden bei jeder Leerung randvoll waren. Damit sind Sie auf der sicheren Seite, dass Sie später keine Überraschungen erfahren. Das wäre ein legitimes Vorgehen, aber die Felder einfach weglassen, das geht hingegen nicht.

Es ist normal, wenn man in den ersten Bilanzierungsjahren noch eher gröberer Datenquellen nutzt. Es ist mit vertretbarem Aufwand nicht möglich die Umweltauswirkungen eines Unternehmens 100% korrekt zu bilanzieren. Sie sollten sich daher auf die größten Faktoren wie z.B. Energieversorgung und Geschäftsverkehr konzentrieren, dann sind Sie auch insgesamt meist vergleichbar mit anderen Instituten. Insgesamt wird ja nicht nur ein Wert der Treibhausgasemissionen für das gesamte Unternehmen veröffentlicht, sondern Sie berichten ja normalerweise auch einzelne Posten (wie eben in einer normalen Bilanz auch). Innerhalb dieser einzelnen Kategorien sind Sie dann auch wieder vergleichbar mit anderen Instituten (z.B. „wir haben eine niedrigere THG Bilanz bzgl Papierverbrauch als Institut XY, da wir komplett digital arbeiten.

Wichtig ist, dass man begründen kann und begründet, was man erfasst oder nicht erfasst und wo man seine Erfassungsgrenzen zieht.

Die Berechnung funktioniert nicht!

Aus der Erfahrung heraus wissen wir, dass einige Fehler regelmäßig zu falschen Ergebnissen führen. Überprüfen Sie daher bitte:

Haben Sie die „Stammdaten“ korrekt eingegeben? Haben Sie hier insbesondere die Anzahl der Mitarbeitenden korrekt angegeben?

In 99 % der Fälle lässt sich das Problem hier lösen.

Muss ich nur eine Filiale / die Hauptfilale bilanzieren oder alle?

Das kommt darauf was sie bilanzieren möchten. Wenn sie eine gesamte Umweltbilanz für Ihr Haus erstellen möchten, dann müssen Sie alle Filialen bilanzieren.

Wer ist hier als Datenlieferant zu nennen? Die Personalabteilung z.B.? Warum soll hier eine E-Mail-Adresse angegeben werden?

Diese Angaben dienen nur als interenen Vermerk, oder falls Sie mit einem Dienstleister zusammen arbeiten oder über Abteilungen hinweg Informationen ausgetauscht werden. Insbesondere um Wissen, z.B. auch an zukünftige Mitarbeitende, weiterzugeben und zu archivieren, ist es sinnvoll Angaben abzuspeichern.

Wie verrechne ich Auszubildende auf Vollzeitäquivalente?
Am besten richten Sie sich nach den Angaben in der Finanzberichterstattung. Abweichungen zwischen Finanzberichterstattung und Nicht-Finanzieller Berichterstattung sollten nicht vorhanden sein, was die Mitarbeitendenzahl angeht.
Wenn man mit dem VfU-Tool z.B. drei Standorte erfassen möchte, müsste man dann für jeden Standort das Tool ausfüllen und am Ende das Ergebnis außerhalb des Tools aufsummieren?
Das Aggregieren der Daten kann entweder im Vorfeld durchgeführt werden und die aggregierten Daten in einem VfU Kennzahlentool / einer Rechnung verarbeitet werden, oder aber in Form von drei separaten Rechnungen für jeden Standort mit einer Aggregation / Aufsummierung der Ergebnisse am Ende. Bei 3 Standorten bietet sich die Lösung über drei Rechnungen an, da durch die getrennte Erfassung zusätzlich Optimierungsmöglichkeiten ermittelt werden können. Insgesamt sollte hier auch die Relevanz der Standorte berücksichtigt werden. Die Systemgrenzen und das vorgehen sollte auf jeden Fall dokumentiert werden.
Berücksichtigt das VfU Tool auch finanzierte Emissionen?

Das VfU Kennzahlentool berücksichtigt finanzierte Emissionen zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Weitere Informationen, wie Sie Ihre finanzierten Emissionen erfassen können finden Sie auf der Webseite der PCAF DACHLI Regionalgruppe, die vom VfU organisiert wird.

Wenn ein Update des Tools kommt, muss ich dann alles neu rechnen? Oder soll ich am Besten bis zur Veröffentlichung des neuen Tools warten?

In regelmäßigen Abständen erneuern wir das Tool hinsichtlich neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Umrechnungsfaktoren betreffend und auch hinsichtlich neuer Nutzererwartungen (z.B. Home Office Verbräuche).

Bis zum nächsten Update empfehlen wir, immer die aktuell verfügbare Version zu nehmen und beim Berichten die Versionsnummer transparent anzugeben. Im Moment ist das Version 2018 1.4, die man bei VfU anfordern kann.

Nutzer müssen also nicht auf das neue Tool warten oder es nochmal doppelt eingeben. Wichtig ist die Transparenz im Bericht über die verwendete Versionsnummer.

Strom

Kann man beim Stromverbrauch auch den Verbrauch der vermieteten Wohnungen über den Geschäftsstellen hinzuzählen oder muss dieser herausgerechnet werden?

Vermietete Bestände können abgezogen werden, wenn Sie ausweis- und berechenbar sind. Es gilt das Polluter Pays Prinzip. Im Zweifelsfall sollten Sie allerdings eher vom Worst Case ausgehen und die Emissionen nicht von Ihrer Bilanz abziehen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Wir produzieren Strom aus eigenen Photovoltaik-Anlagen, den wir jedoch nicht selbst verbrauchen. Hat diese Erzeugung Einfluss auf die VfU-Kennzahlen (z. B. Angabe als Kompensation etc.)?

Wenn Sie diesen Strom nicht verbrauchen und potentiell enstehende Ökostrom Zertifikate nicht für die eigene Kompensation nutzen, dann hat die Erzeugung keinen Einfluss auf Ihre VfU Kennzahlen. Eine Berücksichtigung wäre illegitim, da damit eine Doppelzählung der Zertifikate stattfinden würde.

Unser Lieferant sagt, dass der Strom komplett klimaneutral ist. Wie muss ich das ins Tool eingeben?

Seien Sie bei Aussagen wie „0 Tonnen CO2 Emissionen“ oder „keine CO2 Emissionen“ vorsichtig. In der Regel haben Sie immer CO2 Emissionen. Lassen Sie sich von Ihrem Lieferanten die Rechnung zeigen. Geben Sie die CO2 Emissionen und die vom Lieferanten angegebene CO2 Kompensationen in das VfU Tool getrennt ein. Oft vergessen Lieferanten die CO2 Emissionen der Vorstufen. Bei Angaben, dass ein Produkt klimaneutral ist, sollten Sie immer Nachfragen, wie die Stromqualitäten aussehen und die Emissionen über das VfU Tool rechnen. Die Kompensationen Ihres Lieferanten tragen Sie unter Kompensation in das VfU Tool ein und sehen dann, ob der Lieferant wirklich klimaneutral ist.

Wie sieht es aus, wenn der Stromanbieter zwar einen normalen Strommix hat, diesen aber durch Zertifikatekauf kompensiert?

Seien Sie bei Aussagen wie „0 Tonnen CO2 Emissionen“ oder „keine CO2 Emissionen“ vorsichtig. In der Regel haben Sie immer CO2 Emissionen. Lassen Sie sich von Ihrem Lieferanten die Rechnung zeigen. Geben Sie die CO2 Emissionen und die vom Lieferanten angegebene CO2 Kompensationen in das VfU Tool getrennt ein. Oft vergessen Lieferanten die CO2 Emissionen der Vorstufen. Bei Angaben, dass ein Produkt klimaneutral ist, sollten Sie immer Nachfragen, wie die Stromqualitäten aussehen und die Emissionen über das VfU Tool rechnen. Die Kompensationen Ihres Lieferanten tragen Sie unter Kompensation in das VfU Tool ein und sehen dann, ob der Lieferant wirklich klimaneutral ist.

Home Office

Wir haben für 2020 keine konkreten Zahlen zum Homeoffice, auch Schätzungen sind lt. unserer Personalabteilung sehr schwer. Kann man für Homeoffice auch keine Werte eintragen? Bekommt man ohne Homeoffice ein aussagekräftiges Ergebnis? Oder gibt es vielleicht Richtwerte, die man verwenden kann?

Sie können Home Office Werte auch nicht berücksichtigen, sollten dies allerdings deutlich in Ihrem Bericht hervorheben. Im Zweifelsfall sollten Sie mit dem Worst Case rechnen und konservativ mit höheren Emissionen rechnen.

Müssen Mitarbeitende die im Home Office arbeiten bei der Erfassung der Mitarbeitenden (z.B. Strom) abgezogen werden?

Nein, da Sie in der Regel nicht zu 100% im Home Office arbeiten, sondern da es sich um einen zusätzlicher Stromverbrauch handelt, ist der Verbrauch im Home Office zum normalen Stromverbrauch hinzuzufügen. 
Zur Verdeutlichung: Server, Lichter und Monitore in Ihrem Gebäude verbrauchen oft trotzdem Strom, auch wenn Ihre Mitarbeitenden teilweise im Home Office sind.

Wärme

Wie soll die Zuordnung der Fernwärmequalitäten vorgenommen werden? Hierzu haben wir die Angabe, dass 97% der Fernwärme aus Kraftwärme-Kopplung geliefert wird. Von diesen 97% sind wiederum 94% aus Erdgas gewonnen.

Auch wenn die Angaben sich scheinbar wiedersprechen, muss das nicht falsch sein. Wenn Sie Strom aus einem Gaskraftwerk beziehen, ist das eben eine Situation als wenn das gleiche Gas in einer Kraftwärme-Kopplung verbrannt wird. Dann werden nämlich die entstehenden Emissionen aufgeteilt (auch „alloziert“ genannt) auf den Bezug von Wärme und den Bezug von Strom. Entsprechend ist der Faktor für Strom aus Kraftwärme-Kopplung tiefer, auch wenn der gleiche Brennstoff verwendet wird.

Verkehr

Sollen Emissionen für Anreise unserer Dienstleister und Berater mit aufgenommen werden?

Das VfU Kennzahlen Tool bezieht dies nicht mit ein.

Berücksichtigen Sie bei der Grenzziehung Ihrer Bilanz die folgenden Punkte:

  1. Finanzielle Kontrolle
  2. Operative Kontrolle
  3. Polluter-Pays-Principle
  4. Kern des eigenen Geschäftsmodells
  5. Gesunder Menschenverstand

Worüber habe ich als Unternehmen Kontrolle und Einfluss? Was gehört mir und was muss deshalb mit einbezogen werden?

Man sollte Scope 3 – Emissionen dann bilanzieren (und auch kompensieren), wenn sie wirklich relevant sind für das eigene Geschäftsmodell, die o.g. Kriterien erfüllt sind. Das gilt z.B. bei einer Bank für den Geschäftsverkehr der eigenen Mitarbeitenden. Beratungshäuser müssten für ihre Angestellten genauso vorgehen und die Verantwortung für deren Emissionen übernehmen.

Scope 3 – Emissionen sind immer indirekte Emissionen und in diesem Bereich ergibts sich das Problem der Doppel- bzw. multiplen Zählung. Die Flugreisen der Berater bilanziert z.B. auch die Lufthansa im Scope 1, aber im Scope 3 auch der Arbeitgeber des Beraters, der Flughafen, die Lieferanten von Kerosin, die Flugzeug-Hersteller, Flugzeug-Leasing-Gesellschaften und die finanzierende Bank, um nur die wichtigsten zu nennen. Wenn all diese Akteure diese selben Emissionen parallel kompensieren, dann würde überkompensiert werden.

Wirken Sie im Rahmen der Sustainable Supply Chain auf Ihre Dienstleistungsanbieter und Zulieferer ein und betrachten Sie die Situation im Rahmen einer groben Sensitivitätsanalyse. Bezüglich der ern-VfU-Kennzahlen sollte man sich auch in Zukunft auf die eigene Kern-Verantwortung konzentrieren.

Kann ich geschäftliche Bahnreisen auch mit einem Durchschnittswert rechnen?

Nähern Sie sich hier über eine ökonomische Allokation an. Bitte berücksichtigen Sie auch, dass Bahnfahrten, auch wenn hier klimaneutral angegeben wird, nicht mit CO2=0 zu bewerten sind! Unterstützungsinfrastrukturen, wie Gleisbau usw., haben CO2 Emissionen die mit berücksichtig werden müssen.

Wir haben die Daten des betrieblichen Pendlerverkehr evaluiert. Wir haben detailliertere Daten als das VfU Kennzahlentool fordert. (km-Angaben für PKW, ÖV usw.). Wie können wir das Tool so verwenden, dass unsere Daten korrekt einfließen und wir relevante Ergebnisse erhalten?
Wir würden ihnen empfehlen, vorläufig bis zum nächsten Update, mit den Annahmen des Tools zu rechnen.
Wie rechne ich geleaste / gemietet Fahrzeuge mit ein?
In der Vergangenheit hat sich etabliert, dass geleaste Fahrzeuge, ebenso wie eigene Fahrzeuge, unter Scope 1 erfasst werden. Gemietete Fahrzeuge werden unter Scope 3 betrachtet.
Kann ich Flugzeugreisen auch mit einem Durchschnittswert rechnen?

Da Flugreisen in der Regel sehr hohe Emissionen aufweisen, sollten Sie diese wenn möglich eindeutig berücksichtigen. In der Regel sollten Sie die Emissionen von Ihrer Fluglinie in Erfahrung bringen können. Die Preise für ein Flugticket sind häufig von den CO2 Emissionen entkoppelt. Rechnen Sie hier möglichst über die Flugstrecke im VfU Tool.

Was bedeutet der RFI-Faktor unter Flugverkehr?

CO2-Emissionen in großer Höhe (z.B. bei Flugreisen) sind klimaschädlicher. Um dies zu berücksichtigen, wird ein Radiative Forcing Index (RFI-Faktor) verwendet. Betrachtet man alle Emissionen des Flugverkehrs zusammen, ergibt sich aus dem RFI, dass der Flugverkehr im Durchschnitt eine rund 2,7-mal so große Erwärmungswirkung hat, wie sich aus dem reinen CO2-Ausstoß ergibt. Das deutsche Umweltbundesamt geht sogar von einem RFI von 3-5 aus, wenn der Effekt der Bildung von Cirruswolken berücksichtigt wird. Bezüglich der wissenschaftlich exakten Aussagekraft des RFI bestehen Zweifel, deshalb beinhaltet das VfU Tool einen anpassbaren RFI-Faktor der standardmäßig auf 1 gestellt ist. Viele Finanzinstitute rechnen allerdings mit einem Faktor von 2 oder 3.

In welcher Form ist eine Berücksichtigung von Voll-/Plugin-Hybriden Autos vorgesehen? Wo sind die Werte für Strom/Kraftstoff ggfs. zu hinterlegen?

Plugin-Hybride werden erst mit dem nächsten Update der VfU Kennzahlen explizit im Tool berücksichtigt.

Der Voll-Hybrid ist ein kraftstoffbetriebenes Fahrzeug mit einer elektrischen Energierückgewinnung durch Bremsvorgänge. Die so gewonnenen Elektrizität unterstütz einen verbrauchsärmeren Betrieb des Kraftstoffmotors. Plugin-Hybride hingegen können (im Kurzstreckenbereich bis 100km) vollelektrisch gefahren und geladen werden. Sie können aber auch im Langstreckenbetrieb Kraftstoffbasiert gefahren werden.

Für Ihre Umweltbilanz hat das folgenden Effekt:

Bei einem Voll-Hybrid wird der jährliche Benzinverbrauch des Hybrid-Autos analog eines normalen Verbrennungs-Autos herangezogen. Hier ändert sich im Grunde nichts.

Im Fall eines Plugin-Hybrid Autos schlägt sich die Ladung des Autos in ihrer Gesamtstromrechnung nieder und die Betankung der Hybride mit Kraftstoff auf den Tankrechnungen. Bis wir eine Erfassungskategorie für Hybridfahrzeuge im Tool anbieten, gehen Sie daher über die Erfassung Ihrer Kraftstoffverbräuche in Litern und Strom wie bisher über den gesamt Stromverbrauch.

Sollten Sie Ihr Fahrzeug in der Zwischenzeit auch an einer Stromtankstelle oder an einer nicht innerhalb der Bilanzgrenzen liegenden Stelle laden, dann sollten Sie abschätzen, ob es sich dabei um eine vernachlässigtere Ausnahme handelt, oder ob Sie diese Stromverbräuche in der Strombilanzierung ergänzen müssen. So sollten Sie z.B. regelmäßige Aufladungen im Haus Ihrer Mitarbeitenden, z.B. über Nacht, berücksichtigen. Entscheiden Sie hier bitte nach gesundem Menschenverstand, was am sinnvollsten ist.

Papier

Wir verwenden seit neustem Recyclingpapier. Warum verbessert sich unser CO2 Ausstoß nicht?
Es ist löblich, dass Sie Recyclingpapier einsetzen!
Aus verschiedenen Gründen kann es sein, dass die CO2 Emissionen trotz des Wechsels auf Recyclingpapier nicht zurückgeht. Auch wenn der insgesamte Öko-Fussabdruck (z.B. bzgl. Biodiversität) von Recyclingpapier niedriger ist, bleibt der CO2 Fussabdruck vergleichbar mit dem von anderen Papierqualitäten. Unterschiedliche Papierqualitäten haben, in der aktuellen Version der VfU Kennzahlen, nur marginal unterschiedliche CO2 Fussabdrücke.
Der Hintergrund hinter den geringen Unterschieden ist, dass für Recycling Papier ein höherer Aufwand in den Bereichen Sammlung und Aufbereitung des Altpapiers fällig wird. CO2 Emissionen die durch z.B. Transport von Altpapier, Sortierung und Aufbereitung anfallen, sind vergleichbar hoch wie die Emissionen die bei der Gewinnung aus Frischfasser / Holz entstehen.
Diese Werte können sich mit neuen Daten in der Zukunft allerdings ändern.
Warum weist das Tool keine internen THG Emissionen für Papier, Wasser oder Abfälle aus?
Für Papier, Abfälle und Wasser weist das Tool keine Internen THG Emissionen aus, da Papier, Wasser und Abfälle keine direkten Emissionsquellen für ein Finanzinstitut sind. Diese Emissionen fallen bei den Dienstleistern an, die sie beauftragen, und fallen daher bei Ihnen nur in die nach-/vorgelagerte THG-Emissionen Kalkulation. Sie können dies auf dem Tabellenblatt B-Calculation gut nachvollziehen.
Müssen Prospekte und Benachrichtigungen die nicht direkt bei uns gedrukt werden auch berücksichtigt werden?

Prinzipiell gilt das „Polluter Pays“ Prinzip, das bedeutet, wenn die Verursachung von Emissionen in Ihrer Verantwortung liegt, Sie z.B. den Druck beauftragt haben, dann sind Sie auch für die Umweltauswirkungen verantwortlich und müssen diese in Ihrer Bilanz berücksichtigen.

Abfall

Warum weist das Tool keine internen THG Emissionen für Papier, Wasser oder Abfälle aus?
Für Papier, Abfälle und Wasser weist das Tool keine Internen THG Emissionen aus, da Papier, Wasser und Abfälle keine direkten Emissionsquellen für ein Finanzinstitut sind. Diese Emissionen fallen bei den Dienstleistern an, die sie beauftragen, und fallen daher bei Ihnen nur in die nach-/vorgelagerte THG-Emissionen Kalkulation. Sie können dies auf dem Tabellenblatt B-Calculation gut nachvollziehen.
Warum gibt es zu Abfällen, die recycelt werden keinen Umrechnungsfaktor?

Es ist eine schon lange bestehende Konvention der Ökobilanzierung, dass „Abfälle“ die recycliert werden nicht mehr in die eigene Umweltbilanz mit einbezogen werden. Hintergrund ist, dass bei rezyklierten Abfällen eine Doppelzählung vermieden werden soll und daher der Recyclingprozess und das resultierende Rezyklat, als Edukt, dem Verwender in der nächsten Stufe aufgelastet wird. Daher werden diese „Abfälle“ nicht vom Abfallverursacher, sondern vom Hersteller des neuen Produkts in der Umweltbilanz berücksichtigt. Die Abfälle sind daher nicht „emissions-frei“, wenn sie mit 0 im Kennzahlentool eingerechnet werden, sondern nur nicht in Ihrer Bilanz, sondern der des Nutzers des Rezyklats, enthalten und daher nicht im VfU Kennzahlentool enthalten.

Wie erfasse ich die Abfallentsorgung, wenn ich nicht genau weiß, ob das Entsorgungsunternehmen recycelt, verbrennt oder deponiert?

Fragen Se bei Ihrem Dienstleister nach, in der Regel erhalten Sie hier eine Antwort oder finden in den Jahresberichten des Dienstleisters eine Antwort. Im Zweifelsfall sollten Sie vom Worst Case ausgehen und mit dem Wert mit den größten Emissionen weiterrechnen.

Ist sämtlicher EDV-Schrott ohne weitere Differenzierung in kg zu erfassen? Gilt dies auch für Leuchtstoffröhren?

Sie können die Berechnung mittels der VfU Kennzahlen nach eigenem Ermessen detaillierter vornehmen. Für die VfU Kennzahlen ist eine Erfassung in kg allerdings ausreichend.
Da Leuchtstoffröhren in der Regel Sonderabfälle sind müssen diese entsprechend unter dem Punkt Sonderabfälle berücksichtig werden.

Wasser

Warum weist das Tool keine internen THG Emissionen für Papier, Wasser oder Abfälle aus?
Für Papier, Abfälle und Wasser weist das Tool keine Internen THG Emissionen aus, da Papier, Wasser und Abfälle keine direkten Emissionsquellen für ein Finanzinstitut sind. Diese Emissionen fallen bei den Dienstleistern an, die sie beauftragen, und fallen daher bei Ihnen nur in die nach-/vorgelagerte THG-Emissionen Kalkulation. Sie können dies auf dem Tabellenblatt B-Calculation gut nachvollziehen.

Lösch- und Kühlmittel

Wie ist der Kühlmittelverlust zu messen?

Bei einer Reperatur oder Wartung des Kühlsystems wird regelmäßig Kältemittel nachgefüllt. Die kg Angabe wie viel Kältemittel nachgefüllt werden musste entspricht dem Kältemittelverlust seit dem letzten Auffüllvorgang und muss dem entsprechen in Ihrer Bilanz berücksichtigt werden. Es ist nicht der Bestand der Kühl- und Löschmittel relevant, sondern nur der Verlust / Verbrauch!

Warum wird der Bestand der Kühl- und Löschmittel erfasst?

Der Bestand wird nur erfasst, um mögliche Verlustquellen zu identifizieren.

Wir hatten eine Reparatur an der Klimaanlage, dafür wurde das komplette Kältemittel erst entnommen und nachgewogen (4,5 kg) – anschl. wurde die Anlage mit dem gebrauchten 4,5 kg plus 18,5 kg neuem Kältemittel gefüllt. Wie habe ich das in dem VfU Tool zu befüllen?

Sie müssen immer den Kältemittel Verlust bilanzieren. In Ihrem Fall sind von den insgesamt 23 kg Kältemittel 18,5 kg verloren gegangen und 4,5 kg konnten wieder verwendet werden. Sie müssen daher den Verlust der 18,5 kg in Ihrer Bilanz berücksichtigen.

Wir haben nur sehr geringe Mengen an Kühl- und Löschmittel im Einsatz. Müssen wir diese trotzdem bilanzieren?

Da Kühl- und Löschmittel eine hohe Klimawirkung haben (teilweise 10.000 Mal so hoch wie CO2), ist eine Erfassung der entsprechenden Verluste wichtig.

Auswertung

Gibt es Vergleichszahlen mit anderen Sparkassen/Kreditinstitute z.B. CO2 je Mitarbeiter? Was wäre ein guter Wert?

Der VfU arbeitet zur Zeit an einem Benchmarking. Sollten Sie daran interesse haben, dann senden Sie bitte eine unverbindliche E-Mail an kennzahlen@vfu.de. Als Richtwert/Zielwert können Sie eine Tonne pro Mitarbeitendem pro Jahr annehmen. 

Wie erhalte ich eine präsentationsfähige Ausgabe der Ergebnisse des Tools?

Das Tool gibt Ihnen die Ergebnisse in Form von Diagrammen aus, die Sie einfach in Ihre Präsentation kopieren können oder als Bilddatei exportieren können.

Wo finde ich nach Befüllen des VfU-Tools das Ergebnis CO2-Emissionen/Mitarbeiter?
Spalte J; die beiden Unterpunkte 7
Was ist der Unterschied zwischen Carbon Footprint des Betriebs mit Scope 2 Location Based zu mit Scope 2 Market Based?

Der Unterschied ist bedingt durch Scope 2 Emissionen, also vor allem den Stromverbrauch (und evtl. bezogene Fernwärme). Der Location based Ansatz verwendet den ortsbasierten Durchschnittswert (z.B. für Deutschland) für die Emissionen. Der Market based Ansatz verwendet den marktorientierten Wert, als was Sie vertraglich von Ihrem Zulieferer geliefert bekommen. In der Regel liegt der Market based Wert tiefer, wenn Sie z.B. Ökostrom beziehen. In Ihrem Bericht sollten Sie möglichst beide Werte angeben. 

Disclaimer

Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann der VfU keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen gewährleisten. Haftungsansprüche gegen den Verein, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind ausgeschlossen, sofern seitens des Vereins bzw. seiner gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen keine vorsätzliche oder grob fahrlässige Pflichtverletzung vorliegt. Ebenso bleibt die Haftung wegen schuldhafter Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit unberührt.

Urheberrecht

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Kontakt

Der VfU lädt Finanzdienstleister ein, den VfU Kennzahlen Standard anzuwenden und Feedback zu geben.

Henrik Ohlsen
Geschäftsführer VfU

Kontakt:


ohlsen@vfu.de
Martin Hillenbrand
Projektmanager VfU

Kontakt:


hillenbrand@vfu.de